Tag-Archive for ◊ Fette Henne ◊

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• Freitag, September 23rd, 2011

Nun scheint es also wirklich noch einen goldenen Herbst zu geben, den auch die Pilze freudig annehmen und mit Wachstum bedanken. Besonders Boletus badius (Maronenröhrling) ist nun zahlreich vertreten und aus anderen Teilen Frankens berichtet man von immensen Steinpilz- und Rotkappenfunden – leider noch nicht in unserer Ecke. Der kalte Norden (alias fränkisch Sibirien) kann mit (Wein-)Main-Franken eben nicht konkurrieren…

An der Stelle, die mir vor zwei Jahren den Grund für www.schwammer.de lieferte, fand ich nach vergeblichem Aufsuchen in den letzten drei Monaten zwei schöne Sparassis crispa (Krause Glucke). Daneben gab es noch zahlreiche Rotfußröhrlinge und Sandröhrlinge, bei denen ich mich aber stets auf die jüngsten, frischesten Exemplare beschränke.

Neben den bekannten Röhrlings-Arten fand sich dann noch ein Champignon-artiger Pilz, den ich aber bisher noch nicht bestimmen konnte. Meine erste Vermutung geht in Richtung Agaricus xanthoderma (Karbol Egerling), weobei mich die fehlende Gelbfärbung bei Berührung noch stutzig macht.

Wollen wir abwarten, wie sich die nächsten Tage und Wochen entwickeln – morgen geht es erst mal wieder auf Marathon-Tour, ganz der neuen, alten Gewohnheit folgend.

Einige Aufnahmen des heutigen Tages und die Funde…

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• Freitag, Juli 29th, 2011

Harte Zeiten erfordern harte Konsequenzen: je härter die Arbeitswoche, desto härter die Waldtour. Warum das so ist? Ganz einfach: mit zunehmenden Stressfaktor im Arbeitsalltag steigt exponentiell Umfang und Dauer der Wanderung, die ich nach beendetem letzten Arbeitstag antrete. Und so war das auch heute… vier Stunden nonstop, Molly im Schlepptau, gerüstet mit Korb und Messer konnte uns beide ab 15.00 Uhr nichts mehr aufhalten. Es ist nur schade, dass meine Junghündin Dita noch nicht mit auf die Piste kann, weil die erste Tollwut-Impfung noch ansteht und die Distanzen für ihre kurzen Beinchen einfach zu lang sind.

Die Artenvielfalt nimmt mittlerweile zu, dennoch ist dieses Jahr alles anders. Selbst wenn sich viele Arten ein viel zu frühes Stelldichein geben, trifft man sie nicht in den Massen an, wie das in der letzten Pilzsaison der Fall war. Das Pilzjahr 2011 scheint ganz im Zeichen von Russula und anderen Blätterpilzen zu stehen. Das soll nicht heissen, dass man keine Röhrenpilze findet, aber die Blätterpilze dominieren bisher.

Während unserer fast vier Stunden andauernden Tour quer durch die Wälder fanden wir zahlreiche Arten, wobei ich aber gemerkt habe, dass ich die Exemplare oftmals zwei Tage früher in besserem Zustand vorgefunden hätte. Dennoch kann ich mich über die Ausbeute des heutigen Tages nicht beschweren: Goldene Lärchenröhrlinge, Maronenröhrling, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Rotfußröhrlinge, Schwarzschuppige Rotkappe, Fichtensteinpilze, Sandröhrlinge, Perlpilze, Große Schmierlinge, Mohrenkopfmilchlinge, Milchbrätlinge, Pfifferlinge und Trompetenpfifferlinge wanderten in den Korb.

Die Krause Glucke, die ich vor einer Woche mit Reisig abdeckte, ist mittlerweile auch schon größer geworden und noch hat sie kein anderer Sammler entdeckt. Wollen wir also abwarten, wie groß ich das Hühnchen züchten werde…

Es entwickelt sich also so langsam… die Galerie des Tages…

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• Freitag, Oktober 29th, 2010

Man mag es gar nicht glauben, wenn man sich das Thermometer ansieht… in den letzten Tagen war es, wie wir hier in Franken sagen, krachert kalt bei Nacht, aber manche Spezies lässt sich davon nicht beeindrucken. Molly durfte beim heutigen Ausflug endlich mal wieder ohne Leine herumtoben und ich hatte mich eigentlich darauf eingestellt, dass es heute einen leeren Korb gibt – dem war nicht so.

Bereits auf den ersten Metern durfte ich mich über zwei einsame Pfifferlinge freuen, doch dabei sollte es nicht bleiben. Ich halte die Augen ja immer offen, wenn ich mit Molly unterwegs bin und der Plan des Tages war: Krause Glucke finden. Wieso man sich so etwas vornimmt? Weil einem das Bauchgefühl sagt, dass man richtig liegt…

Mein Korb fühlte sich über eine lange Zeit relativ leer an, bis ich nach und nach mehr und mehr Pfifferlinge fand – zum Ende dieser Tour waren es dann mehr als 300 Gramm. Die Zielsetzung lag aber darin eine Krause Glucke zu finden und so sondierte ich alle Kiefern, die ich auf dem Weg ausmachen konnte – ohne Erfolg. Aber wer lange sucht wird belohnt und so stand Molly und ich dann doch irgendwann vor einem schönen Exemplar und meine Theorien wurden bestätigt: man findet sie auch Ende Oktober noch in Franken.

Fotos werde ich erst morgen einstellen, weil nun ist Essenzeit und dann widme ich mich der amerikanischen Lieblings-Sportart schlechthin: Extrem-Couching.

Viel Erfolg bei euren Ausflügen und ein entspanntes Wochenende 😉