Tag-Archive for ◊ Schwammern ◊

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• Freitag, Juli 29th, 2011

Harte Zeiten erfordern harte Konsequenzen: je härter die Arbeitswoche, desto härter die Waldtour. Warum das so ist? Ganz einfach: mit zunehmenden Stressfaktor im Arbeitsalltag steigt exponentiell Umfang und Dauer der Wanderung, die ich nach beendetem letzten Arbeitstag antrete. Und so war das auch heute… vier Stunden nonstop, Molly im Schlepptau, gerüstet mit Korb und Messer konnte uns beide ab 15.00 Uhr nichts mehr aufhalten. Es ist nur schade, dass meine Junghündin Dita noch nicht mit auf die Piste kann, weil die erste Tollwut-Impfung noch ansteht und die Distanzen für ihre kurzen Beinchen einfach zu lang sind.

Die Artenvielfalt nimmt mittlerweile zu, dennoch ist dieses Jahr alles anders. Selbst wenn sich viele Arten ein viel zu frühes Stelldichein geben, trifft man sie nicht in den Massen an, wie das in der letzten Pilzsaison der Fall war. Das Pilzjahr 2011 scheint ganz im Zeichen von Russula und anderen Blätterpilzen zu stehen. Das soll nicht heissen, dass man keine Röhrenpilze findet, aber die Blätterpilze dominieren bisher.

Während unserer fast vier Stunden andauernden Tour quer durch die Wälder fanden wir zahlreiche Arten, wobei ich aber gemerkt habe, dass ich die Exemplare oftmals zwei Tage früher in besserem Zustand vorgefunden hätte. Dennoch kann ich mich über die Ausbeute des heutigen Tages nicht beschweren: Goldene Lärchenröhrlinge, Maronenröhrling, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Rotfußröhrlinge, Schwarzschuppige Rotkappe, Fichtensteinpilze, Sandröhrlinge, Perlpilze, Große Schmierlinge, Mohrenkopfmilchlinge, Milchbrätlinge, Pfifferlinge und Trompetenpfifferlinge wanderten in den Korb.

Die Krause Glucke, die ich vor einer Woche mit Reisig abdeckte, ist mittlerweile auch schon größer geworden und noch hat sie kein anderer Sammler entdeckt. Wollen wir also abwarten, wie groß ich das Hühnchen züchten werde…

Es entwickelt sich also so langsam… die Galerie des Tages…

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• Sonntag, Juni 06th, 2010

Nach den Erfolgen des gestrigen Tages ging es heute in die Region nahe der Oberpfalz, denn hier kenne ich einige Stellen, wo sich der Hexenröhrling wohlfühlt.

Erika, Molly und ich haben uns gegen 13.00 Uhr auf den Weg gemacht, dieses Mal eine Brotzeit, Getränke für uns und Molly’s Wasserflasche im Gepäck, denn bei 24° Celsius geht es einfach nicht ohne. Im Wald war es dann zum Glück nicht so drückend heiß und ein leichter Wind machte sich angenehm bemerkbar. Die Wegränder sind gesäumt von blühenden Walderdbeeren und ihr süßer Duft ist allgegenwärtig. Diese Zeit des Jahres ist gleich nach den milden Herbsttagen die schönste und ich liebe die Spaziergänge durch die einsamen Wälder. Hier kann man viel Kraft tanken und der Alltag ist ganz weit weg…

Genau wie erwartet fanden wir den ersten Hexenröhrling nahe des Buchbrunnens, wo wir dann erst einmal eine Brotzeit machten. Molly bekam frisches Wasser aus einem Eimer, den irgendjemand im Buchbrunnen deponiert hat, so dass wir die Wasserflasche für Notfälle sparen konnten. Auf dem Rückweg habe ich dann bei genauerer Betrachtung eines Flecks mit 30 cm kleinen Fichten, die dicht an dich stehen, einen weiteren, riesigen Hexenröhrling entdeckt – ebenfalls maden- und wurmfrei.

Während der Laufens sagte ich zu Erika: hmm, irgendwie ist es schon seltsam, was die Kollegen im Pilzforum so alles finden. Wir kamen gerade an einem relativ lichten Waldabschnitt vorbei, der mir verdächtig vorkam: Buchen und einige Birken – ein guter Indikator für… also, hinein in den Wald und siehe da, noch kurz vorher darüber gesprochen: die erste Rotkappe!

Eine weitere stand in der Nähe, getarnt durch Blätter von oben, aber von der Seite aus erkennbar.

Nun war ich zufrieden, die Ausbeute des Tages konnte sich sehen lassen, also weiter in Richtung Auto. Hier fanden wir noch einen weiteren Hexenröhrling, was die Gesamtanzahl auf drei erhöhte.

Ein prima Tag bei tollem Wetter, sehr erholsam und ertragreich und somit Prädikat: alles super…

Hier einige weitere der heutigen Fotos…