Tag-Archive for ◊ Eierschwammer ◊

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• Freitag, Juli 22nd, 2011

Die Regenschauer der vergangenen Tage in Kombination mit dem milden Wetter haben die Fruktifikation der Speisepilze vorangetrieben.  Besonders die Rotfußröhrlinge sprießen an vielen Stellen in den fränkischen Wäldern und auch Maronenröhrlinge trauen sich so langsam aus ihrem Versteck heraus. Neben den Röhrlingen finden sich mehr und mehr Pfifferlinge, wobei man aber schon große Flächen abwandern muss, um eine akzeptable Ausbeute zu machen.

Unterwegs trafen wir eine Pilzsammlerin, gebürtige Selberin, die irgendwo im Raum Hof lebt und von Stockschwammern sprach, die sie nun suchen gehen müsse. Nach einer etwas verwirrenden Unterhaltung kristallisierte sich dann heraus, dass es um die Krause Glucke geht und nicht wie zunächst vermutet, um Stockschwämmchen. Jaja, die regionalen Dialekte…

Molly und ich wanderten dann querfeldein zu den vielversprechenden Waldabschnitten, aber irgendwie war das Glück nur sehr sporadisch auf unserer Seite. Nachdem wir einige Funde gemacht hatten, beschloss ich nach insgesamt 4 km Strecke den Ausflug langsam abzubrechen. Wir liefen in Richtung Hauptstraße und trafen dann noch einmal die Sammlerin. Sie hatte tatsächlich eine Krause Glucke gefunden und bot mir diese an, weil die heimische Gastronomie diese wohl ablehnt und sie für sich selbst als Einzelperson nicht kocht.

Nun gut, insgesamt war die Ausbeute nicht schlecht, aber die wirklich guten Zeiten stehen erst noch an… einige Fotos des Tages…

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• Samstag, Juni 25th, 2011

Dezente 15° C, Windstille, zeitweiliger Sonnenschein, leichte Bewölkung – das perfekte Wetter für lange Streifzüge durch die Wälder. Zur Vorsicht habe ich heute neben dem Canon EF 35-105mm auch Canon’s Standardobjektiv EFS 18-55mm eingepackt, was ohne Kameratasche ein eher heikles Unterfangen ist. Dennoch wollte ich nicht wieder in die missliche Situation kommen, bei Nahaufnahmen nicht die erforderliche Ausrüstung am Mann zu haben…

Unsere Tour führte uns heute über 5,7 km quer durch das Wellertal und noch immer ist das Pilzwachstum recht zögerlich. Vereinzelt zeigen sich erste Spezies der Gattung Russula (Täublinge), die Exemplare von Megacollybia platyphylla (Breitblättriger Rübling) sind bereits im Zerfallstadium, die am Standort verbliebenen Cantharellus cibarius (Pfifferlinge) haben kaum an Größe zugelegt und von Boletaceae (Röhrlingen) noch keine Spur. ABER: das macht überhaupt nichts, denn Molly und ich haben einen denkwürdigen Moment erlebt, der zunächst ein klein wenig Unbehagen in mir aufsteigen ließ…

Wir wanderten in einen halbverborgenen Seitenweg, fanden dort einen (noch unbestimmten) Pilz und gingen immer tiefer in diesen Waldabschnitt hinein.

Nach gut 400 Metern standen wir vor der Wahl, ob wir uns querfeldein durchs Unterholz begeben oder doch wieder umkehren – letzteres erschien mir die sinnvollere Alternative zu sein. Also zurück und an einer Lichtung angekommen, die wir gerade eben erst durchwandert hatten, sah ich zusammengeringelt diese Gesellin:

Ich befahl Molly erst einmal in den Platz-und-bleib und näherte mich langsam, denn ein Foto musste ja drin sein. Die Schlange, die auf den Namen Vipera berus (Kreuzotter) hört, nahm mich sogleich ins Visier und zischte erst einmal drohend in meine Richtung. Da wird einem schon ein bisschen mulmig, aber letztendlich machte sie den ersten „Schritt“ und schlängelte sich davon. Hier konnte ich nun einige Fotos machen, wenngleich sie die drohenden Zischlaute weiterhin von sich gab.

Für mich war diese Begegnung eine Premiere, denn die Kreuzotter im Fichtelgebirge kannte ich nur aus den Erzählungen meines Großvaters, aus einer Zeit, in der es noch üblich war diese heute streng unter Naturschutz stehende (Rote Liste RL2 – stark gefährdet), heimische Schlangenart zur Strecke zu bringen.

Auf dem weiteren Weg durften wir uns an den zahlreich sprießenden Walderdbeeren erfreuen, die 2011 wirklich so zahlreich vertreten sind, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.

Im letzten Abschnitt fanden wir noch drei ganz junge Amanita rubescens (Perlpilz), die aber am Standort verblieben.

Hier alle Aufnahmen des heutigen Tages als komfortable Galerie zum Durchklicken…

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• Freitag, Oktober 29th, 2010

Man mag es gar nicht glauben, wenn man sich das Thermometer ansieht… in den letzten Tagen war es, wie wir hier in Franken sagen, krachert kalt bei Nacht, aber manche Spezies lässt sich davon nicht beeindrucken. Molly durfte beim heutigen Ausflug endlich mal wieder ohne Leine herumtoben und ich hatte mich eigentlich darauf eingestellt, dass es heute einen leeren Korb gibt – dem war nicht so.

Bereits auf den ersten Metern durfte ich mich über zwei einsame Pfifferlinge freuen, doch dabei sollte es nicht bleiben. Ich halte die Augen ja immer offen, wenn ich mit Molly unterwegs bin und der Plan des Tages war: Krause Glucke finden. Wieso man sich so etwas vornimmt? Weil einem das Bauchgefühl sagt, dass man richtig liegt…

Mein Korb fühlte sich über eine lange Zeit relativ leer an, bis ich nach und nach mehr und mehr Pfifferlinge fand – zum Ende dieser Tour waren es dann mehr als 300 Gramm. Die Zielsetzung lag aber darin eine Krause Glucke zu finden und so sondierte ich alle Kiefern, die ich auf dem Weg ausmachen konnte – ohne Erfolg. Aber wer lange sucht wird belohnt und so stand Molly und ich dann doch irgendwann vor einem schönen Exemplar und meine Theorien wurden bestätigt: man findet sie auch Ende Oktober noch in Franken.

Fotos werde ich erst morgen einstellen, weil nun ist Essenzeit und dann widme ich mich der amerikanischen Lieblings-Sportart schlechthin: Extrem-Couching.

Viel Erfolg bei euren Ausflügen und ein entspanntes Wochenende 😉