Tag-Archive for ◊ Sommer ◊

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• Sonntag, August 07th, 2011

Dezente 15° Celsius, eine Flasche Wasser am Mann und der große Korb – somit war der heutige Ausflug definitiv besser vorbereitet, als die Touren der vergangenen zwei Tage. Fast vier Stunden und fünf Kilometer weit führte uns der Weg durch die Wälder und wir befinden uns in der Phase, wo alle Röhrlinge der Vor-Regen-Phase ihrem natürlichen Zerfall entgegen gehen und die neuen Exemplare noch auf sich warten lassen – stört aber nicht weiter im Programm. Das Wochenende war ertragreich genug.

Sehr gefreut hat mich eine große Ansammlung des Schopftintlings, der zahlreiche Fruchtkörper auf einer Fläche von 5 x 5 Metern ausgebildet hatte. Ein ebenfalls sehr erfreulicher Fund fand sich einige hundert Meter weiter, direkt entlang des Weges: zwei hervorragende, große Exemplare des Milchbrätlings lachten mich an und baten darum, mitgenommen zu werden.

Der Ausflug war der Photographie gewidmet, als positive Begleiterscheinung fanden sich aber dennoch einige Pilze. Ebenfalls hatte ich mir vorgenommen, die vor zwei Wochen mit Reisig abgedeckte Krause Glucke aufzusuchen und im Idealfall zu ernten. Zu meiner Freude hatte kein anderer Sammler das gut getarnte Hühnchen entdeckt und so durfte ich mich über ein kräftig gewachsenes Exemplar freuen. Ich schnitt es bewusst so, dass Reste verblieben, da die Krause Glucke häufig erneut aus dem selben Strunk zu wachsen beginnt.

Hier eine visuelle Zusammenfassung der heutigen Tour…

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• Samstag, August 06th, 2011

Nun gut, fiel für uns also die Teilnahme am Pilzfreude-Sippentreffen in Roth (Taunus) in Ermangelung eines geeigneten Fahrzeugs ins Wasser – was bleibt einem dann anderes übrig, als die Zeit vor Ort sinnvoll zu gestalten und sich in den heimischen Wäldern zu bewegen.

Molly und ich machten uns also auf den Weg, trotz erstem Gedanken „…pack was zu trinken ein…“ ohne Getränk für unterwegs, was sich aufgrund der drückenden Temperaturen als großer Fehler erweisen sollte. Wir durchkämmten die Wälder des Wellertals, der Regen hatte sich bereits bemerkbar gemacht, wenngleich die Funde nicht so üppig wie am Tag zuvor ausfielen. Dennoch stehen die kommenden Tage (bei anhaltenden Wetterverhältnissen) unter einem guten Stern, denn wechselweise Regen und Sonnenschein bei durchschnittlichen 15° bis 21° Celsius und zunehmenden Mond lassen die Pilze sprießen.

Die Funde setzten sich heute überwiegend aus Maronenröhrlingen, Mohrenkopfmilchlingen, Perlpilzen, Butterröhrlingen, Rotfußröhrlingen, Pfifferlingen und Sandröhrlingen zusammen. Besonderer Höhepunkt des Tages war der Fund zweier schöner Milchbrätlinge an der selben Stelle, wo sie sich auch im Vorjahr gezeigt hatten – nur deutlich früher als sonst.

Einige Fotos des heutigen Tages…

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• Freitag, August 05th, 2011

Der Plan für den heutigen Tag sah eigentlich ganz anders aus, als letztendlich umgesetzt – aber das ist ein anderes Thema. Wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat, muss man eben Alternativen suchen – das habe ich getan, wenn auch… nun gut, das ist eine andere Geschichte.

Molly und ich durchkämmten einen stets sehr ergiebigen Wald, der aufgrund seiner Artenvielfalt und Stille ideal ist, wenn man ganz einfach den Kopf frei und den Korb voll bekommen möchte. Was soll ich sagen? Wir wurden nicht enttäuscht. Nahezu eine Stunde  war ich in einem Bereich von max. 50 x 50 Metern nur am Ernten und Molly wurde das so langsam lästig – alle paar Meter hiess es: Molly! Platz und bleib! Mit großartigem Herumtoben hatte das also recht wenig zu tun und ich war auch häufig gezwungen, sie an den unmöglichsten Stellen verweilen zu lassen, weil die Pilzkolonien überall den Boden großflächig anektiert hatten.

Eigentlich sollte man stets auf seine innere Stimme hören, die mir bereits vor Verlassen des Hauses riet: „…nehm den großen Korb…“, aber aus Gründen der Bequemlichkeit nahm ich nur den kompakten Korb mit, welcher sich schlagartig füllte, so dass ich mir überlegen musste, ob ich den Ausflug nun abbreche oder einfach das Sammeln sein lasse. Ich entschied mich für den besten Kompromiss: nur die besten in den Korb, alles andere blieb ohne Rücksicht auf Verlust zurück.

Die Artenvielfalt nimmt mehr und mehr zu: die ersten Reifpilze zeigen sich, Steinpilze direkt am Wegesrand, Kolonien von Pfifferlingen, Trompetenpfifferlinge, Hexenröhrlinge, Lärchenröhrlinge, Maronenröhrlinge, Rotfußröhrlinge, Sandröhrlinge, Perlpilze, Mohrenkopfmilchlinge, immer mehr Täublingsarten, etc. pp.. Die wirkliche Überraschung folgte aber erst, als wir bereits auf dem Rückweg waren und eine asphaltierte Waldstraße entlang liefen.

Die Steigung war wirklich sehr ermüdend, besonders weil die Kombination aus Regenfällen und anschließendem Sonnenschein eine sehr schwüle, drückende Atmosphäre erzeugt hatte. Neben der Straße, welche nur sehr sporadisch befahren ist, gibt es einen Grünbereich, der mir im letzten Jahr schon einen schönen Fund im September beschert hatte – mein Gefühl täuschte mich nicht und auch heute gab es dort eine sehr schöne Ausbeute… Cantharellus amethysteus alias Amethyst-Pfifferlinge und das in großer Zahl. Hier hiess es dann erst einmal den Korb abstellen, Molly musste wohl oder übel wieder im Platz verharren und ich begann zu ernten.

Nach diesem Fund war der Korb aber wirklich so voll, dass ich abbrechen musste und so endete dieser spontane Abstecher mit einem vollen Korb, einer zufriedenen Molly  und einem etwas weniger frustrierten Ich.

Einige Momentaufnahmen (20 aus 120) des heutigen Tages…