Tag-Archive for ◊ Röhrling ◊

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• Samstag, Juli 23rd, 2011

Und auch am Samstag geht es mit Molly auf Tour, denn es gibt noch viele Waldabschnitte, die unter die Lupe genommen werden müssen. Neben jungen Maronenröhrlingen, Pfifferlingen, Rotfußröhrlingen und Flockenstieligen Hexenröhrlingen fanden wir auch (zum zweiten Mal in diesem Jahr) Mohrenkopfmilchlinge, über die ich mich immer ganz besonders freue.

Ich erinnerte mich an das letzte Jahr, wo ich den Entschluss gefasst hatte, ganz systematisch auf Gluckenjagd zu gehen und beschloss, dieses Projekt erneut in die Tat umzusetzen. Wir wurden nicht enttäuscht: zwei junge Krause Glucken, eine wanderte in den Korb, die andere wurde mit Reisig abgedeckt, damit sie bei anhaltenden Wetterverhältnissen schön groß werden kann, ohne von anderen Sammlern eingeheimst zu werden.

Neben Speisepilzen entdeckte ich eine Art, die mir bereits vor einigen Jahren mal vor die Linse kam, damals leider sehr unprofessionell abgelichtet, doch dieses Mal nahm ich mir mehr Zeit für die Aufnahme und generierte daraus anschließend eine sog. HDR-Aufnahme – zur Vergrößerung bitte anklicken:

NACHTRAG: Nach dem jetzigen Kenntnisstand handelt es sich dabei um den Geselligen Glöckchennabeling (Xeromphalina campanella).

Im Großen und Ganzen ein sehr erfolgreicher Ausflug und deshalb hier einige Momentaufnahmen des heutigen Ausflugs…

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• Samstag, Juli 02nd, 2011

Nun ist es also endlich soweit: die Pilzsaison 2011 beginnt sich so langsam auch im Fichtelgebirge abzuzeichnen. Wo sich in der vergangenen Woche noch kaum etwas entdecken ließ, habe ich heute schon verschiedenste Funde machen dürfen. Natürlich sieht es für den Mykophagen (Pfannenpilz-Sammler) noch etwas dürftig aus, aber wer sich generell für Pilze interessiert, kann bei seinen Ausflügen schon die ersten interessanten Exemplare sichten.

Die Palette reichte von  Xerocomellus chrysenteron (Rotfußröhrling) über Boletus luridiformis (Flockenstieliger Hexenröhrling),  Calocera viscosa (Klebriger Hörnling), Phallus impudicus (Gemeine Stinkmorchel), Phaeolus spadiceus (Kiefern-Braunporling), Paxillus involutus (Kahler Krempling), Amanita fulva (Fuchsbrauner Scheidenstreifling), Suillus variegatus (Sandröhrling), Amanita rubescens (Perlpilz), Cantharellus cibarius (Pfifferling), Lactarius glyciosmus (Kokosflockenmilchling) bis hin zum ersten Boletus badius (Maronenröhrling) des Jahres. Auch diverse Exemplare der Gattung Russula (Täublinge) habe ich gesichtet, die aber erst noch einer näheren Bestimmung bedürfen.

Im Großen und Ganzen also ein sehr vielversprechender Auftakt und das gegenwärtige Klima sollte diese Entwicklung noch begünstigen. Wir haben wechselweise Regen und Sonnenschein bei Temperaturen zwischen 15° und 20° Celsius. Vielleicht wird dieses Jahr auch mein Traum vom Fund eines Boletus reticulatus (Sommersteinpilz) wahr – wollen wir es abwarten…

Einige Bilder des Tages als Galerie wie gewohnt…

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• Samstag, Juni 25th, 2011

Dezente 15° C, Windstille, zeitweiliger Sonnenschein, leichte Bewölkung – das perfekte Wetter für lange Streifzüge durch die Wälder. Zur Vorsicht habe ich heute neben dem Canon EF 35-105mm auch Canon’s Standardobjektiv EFS 18-55mm eingepackt, was ohne Kameratasche ein eher heikles Unterfangen ist. Dennoch wollte ich nicht wieder in die missliche Situation kommen, bei Nahaufnahmen nicht die erforderliche Ausrüstung am Mann zu haben…

Unsere Tour führte uns heute über 5,7 km quer durch das Wellertal und noch immer ist das Pilzwachstum recht zögerlich. Vereinzelt zeigen sich erste Spezies der Gattung Russula (Täublinge), die Exemplare von Megacollybia platyphylla (Breitblättriger Rübling) sind bereits im Zerfallstadium, die am Standort verbliebenen Cantharellus cibarius (Pfifferlinge) haben kaum an Größe zugelegt und von Boletaceae (Röhrlingen) noch keine Spur. ABER: das macht überhaupt nichts, denn Molly und ich haben einen denkwürdigen Moment erlebt, der zunächst ein klein wenig Unbehagen in mir aufsteigen ließ…

Wir wanderten in einen halbverborgenen Seitenweg, fanden dort einen (noch unbestimmten) Pilz und gingen immer tiefer in diesen Waldabschnitt hinein.

Nach gut 400 Metern standen wir vor der Wahl, ob wir uns querfeldein durchs Unterholz begeben oder doch wieder umkehren – letzteres erschien mir die sinnvollere Alternative zu sein. Also zurück und an einer Lichtung angekommen, die wir gerade eben erst durchwandert hatten, sah ich zusammengeringelt diese Gesellin:

Ich befahl Molly erst einmal in den Platz-und-bleib und näherte mich langsam, denn ein Foto musste ja drin sein. Die Schlange, die auf den Namen Vipera berus (Kreuzotter) hört, nahm mich sogleich ins Visier und zischte erst einmal drohend in meine Richtung. Da wird einem schon ein bisschen mulmig, aber letztendlich machte sie den ersten „Schritt“ und schlängelte sich davon. Hier konnte ich nun einige Fotos machen, wenngleich sie die drohenden Zischlaute weiterhin von sich gab.

Für mich war diese Begegnung eine Premiere, denn die Kreuzotter im Fichtelgebirge kannte ich nur aus den Erzählungen meines Großvaters, aus einer Zeit, in der es noch üblich war diese heute streng unter Naturschutz stehende (Rote Liste RL2 – stark gefährdet), heimische Schlangenart zur Strecke zu bringen.

Auf dem weiteren Weg durften wir uns an den zahlreich sprießenden Walderdbeeren erfreuen, die 2011 wirklich so zahlreich vertreten sind, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe.

Im letzten Abschnitt fanden wir noch drei ganz junge Amanita rubescens (Perlpilz), die aber am Standort verblieben.

Hier alle Aufnahmen des heutigen Tages als komfortable Galerie zum Durchklicken…