Tag-Archive for ◊ Herbst ◊

Author:
• Samstag, November 15th, 2014

Die Samstags-Ausflüge mit Molly und Dita durch die heimischen Wälder sind für mich immer der Höhepunkt der Woche. Kein Zeitdruck, lange Touren und die Garantie, dass man dabei viel Kraft tankt.

Unser Weg führt uns zunächst in die Wälder nahe des Buchbrunnens, entlang der Wege, vereinzelte Abstecher in interessant aussehende Waldabschnitte und wieder zurück auf den Weg. Irgendetwas war aber anders als sonst, Molly und Dita spitzten auch ständig die Ohren und so blieb ich dann stehen, lauschte um mich herum und nahm es plötzlich wahr: Schreien, Hundegebell und Schüsse. Sehr unschöne Situation, da ich nicht lokalisieren konnte, woher die Geräusche kamen und um potentiellen Gefahren aus dem Weg zu gehen, änderte ich die angedachte Route und entfernte mich mit den beiden Mädels aus dem Waldabschnitt. Dort fanden sich zwar Rotfußröhrlinge (Xerocomellus chrysenteron, syn. Boletus chrysenteron und Xerocomus chrysenteron) in größerer Menge, aber das Risiko zwischen eine flüchtende Wildschweinrotte, Treiber, Hunde und Jäger zu geraten war es mir dann nicht wert.

So begaben wir uns auf die andere Seite der Hauptstraße und unsere Jagd ging weiter. Entlang des Weges erspähte ich einige dunkle Fruchtkörper einer Schlauchpilz-Art, die ich noch näher bestimmen muss. Einige Meter weiter sah ich dann am Wegrand eine vertraute Farbe, drauf zu – bei der Gelegenheit zertrat Dita erst mal ein Exemplar – und die Freude war groß, als ich den Marzipan-Geruch wahrnahm: Hygrophorus agathosmus (Wohlriechende Schneckling), wunderschöne Exemplare.

Es ging zielstrebig zu einem Fleck, der mir in den letzten Wochen gute Funde bescherte und auch in dieser Woche wurde die Erwartungshaltung bedient. Es hatten sich schon wieder zahlreiche neue Fruchtkörper gebildet und so stand der Ernte nichts mehr im Weg: Kuehneromyces mutabilis (Gemeines Stockschwämmchen) in großer Zahl. Molly und Dita wussten schon Bescheid und begaben sich freiwillig in Richtung des Baumstumpfes, an dem ich sie dann immer anleine und nachdem die beiden vorbildlich auf mich warteten, gab es zur Belohnung getrocknete Sprotten, die ich für solche Aktionen immer einstecken habe.

Die Strecke in der Übersicht

Auch wenn die Funde in Anzahl und Vielfalt rückläufig sind, so findet man immer noch ausreichende Mengen für eine gute Mahlzeit.

Author:
• Sonntag, Oktober 09th, 2011

Entgegen sonstiger Gewohnheiten nahm ich heute jemand mit in meine Reviere, der nicht auf vier Pfoten neben mir herläuft. Die Zielsetzung des heutigen Tages war möglichst viele Arten zu finden, dabei standen die Speisepilze für mich persönlich eher nicht im Vordergrund, da die letzten Touren genug verwertbare Masse für den Winter ergaben.

Es ging gegen 13.00 Uhr auf die Piste, Molly war natürlich mit von der Partie und bereits zu Beginn fanden sich größere Ansammlungen von Röhrlingen (Sandröhrling, Rotfußröhrling, Maronenröhrling). Der erste besondere Fund des Tages war ein wunderschönes Exemplar des Stropharia aeruginosa (Grünspan-Träuschling), der sich von seiner schönsten Seite präsentierte:

In unmittelbarer Nähe demonstrierte uns dann die Urstufe von Phallus impudicus (Stinkmorchel) als Hexenei seine außergewöhnliche Kraft:

Das Substrat Stubbe scheint dieser Art zu liegen und wir beschlossen einige Hexeneier für den späteren Rohverzehr mitzunehmen – übrigens ein absolut geniales Geschmackserlebnis und wider Erwarten weder schleimig noch übelriechend, zumindest wenn das Hexenei noch in seiner ursprünglichen Form vorliegt und noch nicht in die Länge getrieben hat.

Der Weg führte weiter in Richtung des Abschnitts, den ich in der Vorwoche mit Erika erkundete und wo sich auf kleinstem Raum zahlreiche Maronenröhrlinge tummelten. Die Population hat zwar zwischenzeitlich merklich abgenommen, aber unsere Körbe füllten sich mit ansehlichen Mengen. In diesem Waldabschnitt fand sich dann der nächste besondere Fund des Tages, sieben Exemplare von Suillus cavipes (Hohlfußröhrling):

Ich beschloss noch weiter zu laufen, denn zeitlich lagen wir im grünen Bereich (die Dämmerung war noch relativ weit entfernt) und in der Vorwoche hatte ich da ein Waldstück entdeckt, dass schon auf Distanz sehr interessant aussah. Inmitten des Nadelwaldes, der sich aus Fichten und Kiefern zusammensetzt, sah ich da einen Laubwald-Bereich, welchen wir nun aufsuchten. Wir wurden nicht enttäuscht: es fand sich dort neben bereits überalterten Rotkappen auch eine Raufußröhrlings-Art, die ich in dieser Form noch nie gesehen habe.

Ob es sich dabei um eine eigenständige Art oder „nur“ um eine Varietät handelt kann ich leider noch nicht sagen, aber ein Sporenabdruck liegt mir vor und ich werde in den Wintermonaten eine genauere Bestimmung versuchen, die ich im Erfolgsfall auch hier veröffentliche.

Wir waren insgesamt fast 5 Stunden unterwegs und legten eine beträchtliche Strecke querfeldein zurück. „Krönender Abschluss“ war dann eine Personenkontrolle durch die Gesetzeshüter auf dem Parkplatz, wo wir das Fahrzeug abgestellt hatten. Die beiden Herren fanden es wohl ungewöhnlich, wenn sich junge Männer heutzutage so wenig modischen Themen wie der Pilzsuche widmen – Zitat: „…und sie waren bloss zum schwammern hier?“.

Author:
• Samstag, Oktober 08th, 2011

Leider hat sich Petrus im Kalender verguckt, denn diese Regenschauer wären eher im August und September angebracht gewesen. Nun gut, der Ausflug stand also ganz im Zeichen des Regens im wilden Wechsel mit strahlendem Sonnenschein, was Molly und mich ja noch nie gestört hat.

Weiterhin sind wir beiden auf der Suche nach Röhrlingen, um die Pilzvorräte für den Winter noch weiter aufzustocken und trotz massivster Regenschauer fanden sich zahlreiche brauchbare Exemplare, die nicht durchnässt waren – scheinbar erst in den vergangenen zwei Tagen gewachsen und größtenteils in perfektem Zustand.

Ausser Maronenröhrlingen fand sich eigentlich fast nichts, was für die Pfanne geeignet wäre, zumindest nichts was unserem Geschmack entspricht. Die Pilzsaison 2011 neigt sich spürbar ihrem Ende zu. Ich bin dennoch guter Dinge, dass sich in den nächsten Wochen noch eine Pilzart zeigen wird, auf die ich schon seit geraumer Zeit warte…

Einige Fotos des Tages…