Tag-Archive for ◊ Wald ◊

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• Sonntag, Juni 09th, 2019

Gestern habe ich zufällig aus dem Augenwinkel beim Vorbeifahren an einem Bahndamm Pilze gesehen. Also hielt ich kurz an, um der Sache auf den Grund zu gehen. Aha, Perlpilze, mitten in der Stadt, schon bereits sehr überständig, aber offensichtlich beginnt die Saison so langsam…

Da ich derzeit meinen Schlaf- und Lebensrhythmus maßgeblich von Nachteule zu Morgenlerche umstelle gab es dann heute bereits um 5:45 Uhr Frühstück, danach bißchen Arbeit am Rechner, mal eben ins Geschäft fahren und dann schnappte ich mir Molly und Dita, um mich bei angenehmen, niedrigen zweistelligen Temperaturen in die Wälder zu begeben.

Wir wurden nicht enttäuscht: Strahlender Sonnenschein, blauer Himmel, milde Temperaturen, ein lauer Wind, die Vögel zwitschern und keine Seele ist da draussen unterwegs – wenn andere Leute zu Spa & Wellness tendieren kann ich immer wieder nur grinsen, denn diese Form von Wellness ist absolut unschlagbar – und gratis 😉

Schon nach wenigen Metern die erste Überraschung: Birken-Rotkappe Leccinum versipelle, Syn.: Leccinum testaceoscabrum nom. nud.), die ich auf den ersten Blick für einen Gemeinen Birkenpilz (Leccinum scabrum, syn. Boletus scaber oder Krombholzia scabra) hielt, da der Hut eine sehr mäßige Färbung aufwies. Es ging steil bergauf, aber auch hier ein positiver Aspekt meines neuen Lebenswandels: Die fast zwei Wochen rauchfrei machen sich deutlich bemerkbar, keine Spur von Kurzatmigkeit 😉

Es folgten diverse Exemplare des Flockenstieligen Hexen-Röhrlings (Neoboletus erythropus, Syn.: Boletus erythropus, N. luridiformis), ansonsten ist es noch vergleichsweise ruhig was die Population und Artenvielfalt betrifft.

Alles in allem ein perfekter Pfingst-Ausflug, die Hunde zufrieden, ich zufrieden und ich werde mir nun erst einmal eine schöne Schwammerbröih kochen und dazu einen Schwung Kartoffeln an den Start schicken 😉

In diesem Sinne Euch allen frohe Pfingsten und eine gute Zeit!

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• Sonntag, Oktober 09th, 2011

Entgegen sonstiger Gewohnheiten nahm ich heute jemand mit in meine Reviere, der nicht auf vier Pfoten neben mir herläuft. Die Zielsetzung des heutigen Tages war möglichst viele Arten zu finden, dabei standen die Speisepilze für mich persönlich eher nicht im Vordergrund, da die letzten Touren genug verwertbare Masse für den Winter ergaben.

Es ging gegen 13.00 Uhr auf die Piste, Molly war natürlich mit von der Partie und bereits zu Beginn fanden sich größere Ansammlungen von Röhrlingen (Sandröhrling, Rotfußröhrling, Maronenröhrling). Der erste besondere Fund des Tages war ein wunderschönes Exemplar des Stropharia aeruginosa (Grünspan-Träuschling), der sich von seiner schönsten Seite präsentierte:

In unmittelbarer Nähe demonstrierte uns dann die Urstufe von Phallus impudicus (Stinkmorchel) als Hexenei seine außergewöhnliche Kraft:

Das Substrat Stubbe scheint dieser Art zu liegen und wir beschlossen einige Hexeneier für den späteren Rohverzehr mitzunehmen – übrigens ein absolut geniales Geschmackserlebnis und wider Erwarten weder schleimig noch übelriechend, zumindest wenn das Hexenei noch in seiner ursprünglichen Form vorliegt und noch nicht in die Länge getrieben hat.

Der Weg führte weiter in Richtung des Abschnitts, den ich in der Vorwoche mit Erika erkundete und wo sich auf kleinstem Raum zahlreiche Maronenröhrlinge tummelten. Die Population hat zwar zwischenzeitlich merklich abgenommen, aber unsere Körbe füllten sich mit ansehlichen Mengen. In diesem Waldabschnitt fand sich dann der nächste besondere Fund des Tages, sieben Exemplare von Suillus cavipes (Hohlfußröhrling):

Ich beschloss noch weiter zu laufen, denn zeitlich lagen wir im grünen Bereich (die Dämmerung war noch relativ weit entfernt) und in der Vorwoche hatte ich da ein Waldstück entdeckt, dass schon auf Distanz sehr interessant aussah. Inmitten des Nadelwaldes, der sich aus Fichten und Kiefern zusammensetzt, sah ich da einen Laubwald-Bereich, welchen wir nun aufsuchten. Wir wurden nicht enttäuscht: es fand sich dort neben bereits überalterten Rotkappen auch eine Raufußröhrlings-Art, die ich in dieser Form noch nie gesehen habe.

Ob es sich dabei um eine eigenständige Art oder „nur“ um eine Varietät handelt kann ich leider noch nicht sagen, aber ein Sporenabdruck liegt mir vor und ich werde in den Wintermonaten eine genauere Bestimmung versuchen, die ich im Erfolgsfall auch hier veröffentliche.

Wir waren insgesamt fast 5 Stunden unterwegs und legten eine beträchtliche Strecke querfeldein zurück. „Krönender Abschluss“ war dann eine Personenkontrolle durch die Gesetzeshüter auf dem Parkplatz, wo wir das Fahrzeug abgestellt hatten. Die beiden Herren fanden es wohl ungewöhnlich, wenn sich junge Männer heutzutage so wenig modischen Themen wie der Pilzsuche widmen – Zitat: „…und sie waren bloss zum schwammern hier?“.

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• Samstag, Oktober 08th, 2011

Leider hat sich Petrus im Kalender verguckt, denn diese Regenschauer wären eher im August und September angebracht gewesen. Nun gut, der Ausflug stand also ganz im Zeichen des Regens im wilden Wechsel mit strahlendem Sonnenschein, was Molly und mich ja noch nie gestört hat.

Weiterhin sind wir beiden auf der Suche nach Röhrlingen, um die Pilzvorräte für den Winter noch weiter aufzustocken und trotz massivster Regenschauer fanden sich zahlreiche brauchbare Exemplare, die nicht durchnässt waren – scheinbar erst in den vergangenen zwei Tagen gewachsen und größtenteils in perfektem Zustand.

Ausser Maronenröhrlingen fand sich eigentlich fast nichts, was für die Pfanne geeignet wäre, zumindest nichts was unserem Geschmack entspricht. Die Pilzsaison 2011 neigt sich spürbar ihrem Ende zu. Ich bin dennoch guter Dinge, dass sich in den nächsten Wochen noch eine Pilzart zeigen wird, auf die ich schon seit geraumer Zeit warte…

Einige Fotos des Tages…