Tag-Archive for ◊ Semmelstoppelpilz ◊

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• Freitag, September 09th, 2011

Freitag nach der Arbeit, wenn das Wochenende am längsten ist, geht es mit Molly in die Wälder, um Pilze zu sammeln – so die Theorie. In der Praxis ist es aber vielmehr so, dass wir gegenwärtig in Ermangelung eines Spätsommer-typischen Wachstums lediglich Eindrücke sammeln und diese auf digitales Zelluloid bannen.

Die Röhrlinge scheinen einen letzten Anlauf nehmen zu wollen, denn wir fanden eine vereinzelte Rotkappe und einen einsamen Rotfußröhrling und sollte sich die Witterung nun halbwegs gleichbleibend gestalten, so könnte dies sogar gelingen. Hydnum repandum (Semmel-Stoppelpilz) sendet mittlerweile in vielen Teilen der Republik seine Vorboten aus und man merkt, dass sich der Übergang Spätsommer nach Herbst relativ nahtlos vollzieht.

Nachdem ich die Tage in der Rezeptecke im Schwammer-Forum über Hexeneier gelesen hatte, wagte ich dann auch einmal das Experiment: rohes Hexenei. Und ich kann wirklich nur bestätigen, was MePe06 dort beschrieb: ein milder, aromatischer Geschmack, eine Mischung aus Rettich und Kohlrabi, fest in der Konsistenz und keineswegs ekelhaft – sofern man sich überwindet, das Ei aus seiner weniger appetitlich anmutenden Hülle zu pellen.

Für den morgigen Samstag steht wieder ein großer Ausflug auf dem Programm, den ich zusammen mit Molly bestreiten werde, denn der kleinen Dita möchte ich diese Tour im Moment noch nicht zumuten – die Distanz ist einfach zu groß und die Dauer zu lang.

Einige Fotos des heutigen Ausflugs…

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• Samstag, August 20th, 2011

Sparen wir uns eine lange Einleitung, kurz und schmerzlos: Molly und ich waren ab 12.45 in den Wäldern rund um Selb unterwegs und obgleich 80% der regional ansässigen Schwammerer jammern, dass es „…heuer (dieses Jahr) einfach nix gibt…“, so konnten wir uns über mangelnde Funde nicht beklagen.

Besonders erfreulich sind dabei die derzeitigen Funde des Lactarius volemus (Brätling oder Milchbrätling), denn mein Großvater Maximilian, der mich vor mehr als 30 Jahren mit in die Schwammer nahm, liebt diesen Pilz über alles und wird heute 92 Jahre alt. Und was liegt da näher, als ihm diese Kostbarkeit aus den heimischen Wäldern vorbeizubringen…

Da es keine aussergewöhnlichen Erlebnisse auf diesem Tour gab, die uns drei Stunden querfeldein führte, gibt es hier zur Abwechslung mal nur eine Auflistung der gesammelten Arten

  • Amethystblauer Lacktrichterling (Laccaria amethystea)
  • Amethystpfifferling (Cantharellus amethysteus)
  • Birkenröhrling (Leccinum scabrum)
  • Birkenrotkappe (Leccinum testaceoscabrum, Syn. Leccinum versipelle Snell)
  • Butterröhrling (Suillus luteus)
  • Fichtensteinpilz (Boletus edulis)
  • Goldgelber Lärchenröhrling (Suillus grevillei)
  • Kuhröhrling (Suillus bovinus)
  • Milchbrätling (Lactarius volemus)
  • Mohrenkopfmilchling (Lactarius lignyotus)
  • Perlpilz (Amanita rubescens)
  • Pfifferling (Cantharellus cibarius)
  • Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron)
  • Sandröhrling (Suillus variegatus)
  • Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum)
  • Trompetenpfifferling (Cantharellus tubaeformis)
  • Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethystea)
  • Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus)

und dann noch die Galerie des Tages…

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• Freitag, September 03rd, 2010

Nach einem Alptraum in der letzten Nacht, wo ich meiner Hündin Molly die schwer verletzten Tatzen von Glasscherben befreien musste, habe ich mich heute mit einem etwas mulmigen Gefühl in die Wälder begeben – sicher, Träume sind Schäume, aber manchmal hat man eben seltsame Vorahnungen. Und wie es der Zufall so will höre ich bereits zu Beginn meines Ausflugs Geräusche durch den Wald hallen, die mir so gar nicht gefielen: Schüsse. Und davon nicht zu knapp. Alle paar Minuten mehrere in kurzen Salven abgefeuert. Somit war es klar, inbesondere weil ich in den letzten Tagen auch einige Berichte über schiesswütige Jäger las, die nur von ihrem „Recht“ Gebrauch machen einen „wildernden Hund“ abzuknallen, dass die kleine Dame heute besser konstant an der Leine bleibt. Das hat uns zwar beiden wenig Spaß gemacht, aber nach so einem miesen Traum muss man das Schicksal nicht herausfordern.

Die gesamte Tour dauerte heute „nur“ ca. zwei Stunden, aber war relativ ertragreich. Die Funde des Tages setzen sich aus Bruchreizkern, Fichtensteinpilzen (alle bereits hinüber), flockenstieligen Hexenröhrlingen, Hallimasch, Maronenröhrlingen, Milchbrätlingen, Mohrenkopfmilchlingen, Perlpilzen, Pfifferlingen, Raufußröhrlingen (schwarzschuppiger Birkenröhrling und schwarzschuppige Rotkappe alias Birkenrotkappe), Reifpilzen, Sandröhrlingen, Schafporlingen, Semmelstoppelpilzen, Trompetenpfifferlingen und violetten Lacktrichterlingen zusammen.

Insbesondere die Pfifferlinge haben mich dabei überrascht. Auf einem Fleck, in einem Graben, fand ich sie in zahlreicher Form. Riesige Exemplare, ungewöhnlich dicke Stiele, riesig im Ausmaß. Als Größenvergleich ein Stück Würfelzucker:

Die Funde des Tages und einige Momentaufnahmen Molly…