Tag-Archive for ◊ Suillus bovinus ◊

Author:
• Samstag, September 24th, 2011

Auf unserer heutigen Marathon-Tour durch die Wälder rund um Arzberg und Schirnding zeichnete es sich ab, was bereits in Mainfranken wahrnehmbar ist: die milden Temperaturen lassen Boletus edulis (Fichtensteinpilz) noch ein letztes Mal zurückkehren, bevor sich die Pilzsaison 2011 langsam aber sicher ihrem Ende zuneigt.

Craterellus cornucopioides (Totentrompete) sprießt auch noch immer, aber die Anzahl der Fruchtkörper nimmt inzwischen ab – für eine gute Handvoll reichte es aber trotzdem noch.

Enttäuschend ist derzeit nur die schwache Ausprägung der Gattung Leccinum (Raufußröhrling). Dort, wo im letzten Jahr die Menge der Rotkappen erschlagend war, findet sich momentan absolut gar nichts. Auf dem Weg zum Rotkappen-Wald fand sich allerdings eine große Anzahl Suillus luteus (Butterröhrling), die zwar sehr umständlich zu putzen sind, aber jedes Mischpilzgericht bereichern.

Spektakulärster Fund des heutigen Tages war ein gigantischer Steinpilz, der frech am Wegesrand stand – nicht zu übersehen, aber scheinbar war ich als der glückliche Finder vorgesehen.

Molly und ich genießen diese Ausflüge derzeit sehr, denn ich kann dabei Abstand vom Alltag bekommen und meine großer Borderdame sammelt 1000 Eindrücke… in einigen Wochen geht es dann mit beiden Bordercollie auf die Piste, was ich derzeit aufgrund der langen Distanzen zur Schonung von Dita noch vermeide.

Die Aufnahmen des heutigen Tages, wieder einmal bunt gemischt…

Author:
• Samstag, August 20th, 2011

Sparen wir uns eine lange Einleitung, kurz und schmerzlos: Molly und ich waren ab 12.45 in den Wäldern rund um Selb unterwegs und obgleich 80% der regional ansässigen Schwammerer jammern, dass es „…heuer (dieses Jahr) einfach nix gibt…“, so konnten wir uns über mangelnde Funde nicht beklagen.

Besonders erfreulich sind dabei die derzeitigen Funde des Lactarius volemus (Brätling oder Milchbrätling), denn mein Großvater Maximilian, der mich vor mehr als 30 Jahren mit in die Schwammer nahm, liebt diesen Pilz über alles und wird heute 92 Jahre alt. Und was liegt da näher, als ihm diese Kostbarkeit aus den heimischen Wäldern vorbeizubringen…

Da es keine aussergewöhnlichen Erlebnisse auf diesem Tour gab, die uns drei Stunden querfeldein führte, gibt es hier zur Abwechslung mal nur eine Auflistung der gesammelten Arten

  • Amethystblauer Lacktrichterling (Laccaria amethystea)
  • Amethystpfifferling (Cantharellus amethysteus)
  • Birkenröhrling (Leccinum scabrum)
  • Birkenrotkappe (Leccinum testaceoscabrum, Syn. Leccinum versipelle Snell)
  • Butterröhrling (Suillus luteus)
  • Fichtensteinpilz (Boletus edulis)
  • Goldgelber Lärchenröhrling (Suillus grevillei)
  • Kuhröhrling (Suillus bovinus)
  • Milchbrätling (Lactarius volemus)
  • Mohrenkopfmilchling (Lactarius lignyotus)
  • Perlpilz (Amanita rubescens)
  • Pfifferling (Cantharellus cibarius)
  • Rotfußröhrling (Xerocomellus chrysenteron)
  • Sandröhrling (Suillus variegatus)
  • Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum)
  • Trompetenpfifferling (Cantharellus tubaeformis)
  • Violetter Lacktrichterling (Laccaria amethystea)
  • Ziegenlippe (Xerocomus subtomentosus)

und dann noch die Galerie des Tages…

Author:
• Sonntag, August 14th, 2011

Die Überschrift verrät es schon: auch am heutigen Sonntag waren Molly und ich wieder unterwegs in den Wäldern – wie sollte es auch anders sein. Und ja: die Pilzsaison 2011 ist anders als sonst. Vielleicht ist man auch vom letzten Jahr zu sehr verwöhnt – Fakt ist: alles ist anders, nichts ist wie gewohnt.

Bevor ich den Wald betrat, der für heute auf dem Programm stand, sah ich mich noch einmal am Waldrand um, der mir vor zwei Tagen einen Raufußröhrling präsentierte, den ich bisher noch nicht genauer bestimmt habe. Dieses Unterfangen war von Erfolg gekrönt, denn das eine zurückgelassene Exemplar war bereits gewachsen, ein weiteres stand in der Nähe (hatte ich Freitag wohl übersehen) und ein größeres Exemplar (ebenfalls wohl übersehen) grinste mich frech an.

Nun ging es mit Molly in den daran angrenzenden, uns gänzlich unbekannten Abschnitt, dessen Vegetation bereits auf Distanz feuchte Gefilde erahnen ließ. So war es auch, als wir plötzlich in einem moorartigen Sumpf standen. Einen Weg zwischen Farn, Totholz, Holzbruch, Tümpeln, Gräben und dem Matsch auszumachen war gar nicht so einfach, aber Molly leitete uns gekonnt durch das Gebiet. Besonders auffällig war die Tatsache, dass sich hier sehr viele Exemplare des Lactarius lignyotus (Mohrenkopfmilchling) auf kleiner Fläche finden ließen – scheinbar gefällts dem dunklen Gesellen dort recht gut.

Wir bewegten uns vom Sumpf aus in das Waldstück, dass im letzten Jahr nur so von Steinpilzen wimmelte – aber ganz ohne Erfolg. Die einzigen Steinpilze waren bereits damit beschäftigt, sich wieder in die Erde zurückzuziehen. Es ging dann erst mal steil bergauf, denn ich hatte im Hinterkopf, dass wir im weiter oben liegenden Gebiet andere interessante Funde gemacht hatten. Die Pfifferlinge fühlten sich in diesem Wald auch recht wohl und so konnte ich eine beträchtliche Menge davon einheimsen. Oben angekommen ging es durch dichtes Unterholz, bis wir an einer Stelle herauskamen, die ich erst vor zwei Tagen inspiziert hatte – aber man übersieht ja häufig mal was und so durfte ich dort zwei schöne Lactarius volemus (Brätling) in meinen Korb wandern lassen.

Dann stand ich vor einem Pilz, den ich gestern beim Versuch einer Bestimmung des Lactarius torminosus (Birkenreizker) zunächst angesehen hatte und ich erinnerte mich, dass in der Beschreibung etwas von sehr scharfer Milch stand. Der scharfe Geselle hört auf den Namen Lactarius vellereus (Wolliger Milchling) und eine Geschmacksprobe bestätigte, trägt er diesen nicht zu Unrecht. Die Schärfe wich erst nach 20 Minuten wieder.

Irgendwie kam mit dann in den Sinn, dass ich vor zwei Jahren ganz in der Nähe mal eine Stelle entdeckt hatte, die von Pfifferlingen überzogen war und wo sich auch Brätlinge fanden. Ich wäre beinahe munter drauf los gestiefelt, im Kopf ein ganz anderes Bild vor Augen, als wir schon direkt dort standen – wir waren die ganze Zeit bereits in der Nähe dieses Fleckchens, ohne dass ich es gemerkt hätte. Und wie erwartet: Pfifferlinge in allen Größen und großer Menge. Auch der erhoffte Brätling stand ganz in der Nähe. Direkt neben den Pfifferling fand ich einen Becherling (?), der aber noch zu bestimmen ist – so fern das anhand der Aufnahmen möglich ist.

Wir machten dann einen Schwenk und bewegten und in eine andere Richtung, hin zu einer Stelle, die vor einigen Wochen bereits eine Überraschung mit sich brachte. Vorbei an alten Exemplaren des Schopftintlings hin zur Stelle, an der vor einer Woche ein vergammelter Steinpilz stand – aber auch dort war tote Hose. Also, wieder zurück zum Hauptweg und wie gehabt – ich rechnete schon damit und es war auch wieder genau wie beim ersten Mal. Beim Hinweg sieht man nichts, auf dem Weg zurück steht man direkt davor – eine Kreuzotter. Dieses Mal ein jüngeres Exemplar, aber nicht weniger beeindruckend.

So langsam war es dann an der Zeit den Rückweg anzutreten, denn von diesem Waldstück aus sind es noch gute drei Kilometer. Unterwegs sammelte ich noch Cantharellus tubaeformis (Trompetenpfifferling) und Laccaria amethystea (Violette Lacktrichterlinge), die ich am Vortag in großer Anzahl gesichtet hatte.

Eine Auswahl der Aufnahmen des heutigen Tages… dieses Mal deutlich mehr als sonst.