Archive for the Category ◊ Erstfunde ◊

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• Samstag, August 27th, 2011

Entgegen sonstiger Gewohnheiten habe ich mich heute in ein sonst dem Sonntag vorbehaltenes Waldstück begeben und war dort mit Molly wirklich lange unterwegs. Kaum angekommen begann es zu regnen, aber daran störten wir uns nicht – zumindest so lange, wie es nicht aus Kübeln schüttete, was später noch der Fall war.

Ganz klar: die heftigen Temperaturen im 30° Celsius-Bereich haben meine Hoffnungen auf niedrigem Niveau gehalten, aber in diesem Wald tut sich eigentlich immer etwas. Röhrlinge sind zwar auch dort Mangelware, aber der ein oder andere Raufußröhrling verirrte sich dann doch in meinen Korb.

Was in diesem Jahr besonders auffällig ist: der Milchbrätling findet sich in großer Menge – in den Vorjahren war ich bei meinen Ausflügen froh, wenn ich 1-5 fand. Dieses Jahr sind 20 Stück pro Ausflug keine Seltenheit.

Auch die Herbsttrompeten haben seit letztem Sonntag bereits nachgelegt und so konnte ich wieder einige Exemplare an meiner Spezialstelle finden.

Die Tour führte uns durch endlose Waldabschnitte, wir waren 5 Stunden unterwegs, legten 7,6 km Distanz zurück und neben heftigsten Regenschauern stolperten wir auch über einige Erstfunde – der Hitze der letzten Tage zum Trotz.

Bevor ich nun viel Text verfasse, lasse ich einfach mal die Bilder sprechen…

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• Freitag, August 05th, 2011

Der Plan für den heutigen Tag sah eigentlich ganz anders aus, als letztendlich umgesetzt – aber das ist ein anderes Thema. Wenn es nicht so läuft, wie man es sich vorgestellt hat, muss man eben Alternativen suchen – das habe ich getan, wenn auch… nun gut, das ist eine andere Geschichte.

Molly und ich durchkämmten einen stets sehr ergiebigen Wald, der aufgrund seiner Artenvielfalt und Stille ideal ist, wenn man ganz einfach den Kopf frei und den Korb voll bekommen möchte. Was soll ich sagen? Wir wurden nicht enttäuscht. Nahezu eine Stunde  war ich in einem Bereich von max. 50 x 50 Metern nur am Ernten und Molly wurde das so langsam lästig – alle paar Meter hiess es: Molly! Platz und bleib! Mit großartigem Herumtoben hatte das also recht wenig zu tun und ich war auch häufig gezwungen, sie an den unmöglichsten Stellen verweilen zu lassen, weil die Pilzkolonien überall den Boden großflächig anektiert hatten.

Eigentlich sollte man stets auf seine innere Stimme hören, die mir bereits vor Verlassen des Hauses riet: „…nehm den großen Korb…“, aber aus Gründen der Bequemlichkeit nahm ich nur den kompakten Korb mit, welcher sich schlagartig füllte, so dass ich mir überlegen musste, ob ich den Ausflug nun abbreche oder einfach das Sammeln sein lasse. Ich entschied mich für den besten Kompromiss: nur die besten in den Korb, alles andere blieb ohne Rücksicht auf Verlust zurück.

Die Artenvielfalt nimmt mehr und mehr zu: die ersten Reifpilze zeigen sich, Steinpilze direkt am Wegesrand, Kolonien von Pfifferlingen, Trompetenpfifferlinge, Hexenröhrlinge, Lärchenröhrlinge, Maronenröhrlinge, Rotfußröhrlinge, Sandröhrlinge, Perlpilze, Mohrenkopfmilchlinge, immer mehr Täublingsarten, etc. pp.. Die wirkliche Überraschung folgte aber erst, als wir bereits auf dem Rückweg waren und eine asphaltierte Waldstraße entlang liefen.

Die Steigung war wirklich sehr ermüdend, besonders weil die Kombination aus Regenfällen und anschließendem Sonnenschein eine sehr schwüle, drückende Atmosphäre erzeugt hatte. Neben der Straße, welche nur sehr sporadisch befahren ist, gibt es einen Grünbereich, der mir im letzten Jahr schon einen schönen Fund im September beschert hatte – mein Gefühl täuschte mich nicht und auch heute gab es dort eine sehr schöne Ausbeute… Cantharellus amethysteus alias Amethyst-Pfifferlinge und das in großer Zahl. Hier hiess es dann erst einmal den Korb abstellen, Molly musste wohl oder übel wieder im Platz verharren und ich begann zu ernten.

Nach diesem Fund war der Korb aber wirklich so voll, dass ich abbrechen musste und so endete dieser spontane Abstecher mit einem vollen Korb, einer zufriedenen Molly  und einem etwas weniger frustrierten Ich.

Einige Momentaufnahmen (20 aus 120) des heutigen Tages…

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• Samstag, Juli 30th, 2011

Der Samstag gehörte Molly und mir – wie sollte es auch anders sein? Auch wenn es erst spät, gegen 13.30 Uhr in den Wald ging, hinderte es uns nicht daran, eine ausgedehnte Tour anzutreten, denn lang genug hell bleibt es ja.

Im Gegensatz zum gestrigen Freitag traten wir unseren Ausflug von der „gegenüberliegenden“ Seite aus an, denn binnen 24 Stunden den gleichen Abschnitt erneut zu durchkämmen macht ja keinen Sinn. Wie erwartet fanden wir dabei Maronenröhrlinge und besonders die Perlpilze und Scheidenstreiflinge legen derzeit ganz beträchtlich zu – man findet sie in großer Anzahl, aber für unseren Korb kommen nur die schönsten Exemplare in Frage.

Als wir gerade schnurstracks auf die Stelle zusteuerten, an der wir häufig Hexenröhrlinge und auch Steinpilze fanden, sehe ich bereits auf große Distanz einen Fruchtkörper, der irgendwie überhaupt nicht ins Gesamtbild passte. Also, direkt auf diese große, alte Kiefer zu und was sehe ich? Eine Rokappe… hmm, eine Rokappe… neben einer Kiefer? Auf Nadelboden? Kein passender Mykorrhiza-Partner in der Nähe, kein Laubbaum, geschweige denn eine Birke? Wie geht das denn? Nun gut, derzeit ist es zwar noch nicht hundertprozentig belegt, aber mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um die äußerst seltene Nadelwald-Rotkappe (Leccinum vulpinum) – ein persönlicher Erstfund.

Nach einem Marsch von fast zwei Stunden, der uns querfeldein durch unterschiedlichste Gebiete führte, begaben wir uns in die Waldabschnitte, die auch im letzten Jahr gute Funde bescherten – und wir wurden nicht enttäuscht. Zwischendurch mal einen Abstecher zur in der Vorwoche abgedeckten Krausen Glucke, die wir gestern bereits inspiziert hatten – ja, sie ist noch immer da und wächst fleißig weiter.

Der Korb füllte sich merklich, auch die Steinpilze kommen so langsam in Wallung und man  findet sie häufiger. Die Ausbeute des heutigen Tages bestand aus Maronenröhrlingen, Rotfußröhrlingen, Goldgelben Lärchenröhrlingen, Großen Schmierlingen, Sandröhrlingen, Mohrenkopfmilchlingen, Fichtensteinpilzen, Perlpilzen und Pfifferlingen.

Ein Auszug aus den Momentaufnahmen des heutigen Tages…