Tag-Archive for ◊ Zigeuner ◊

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• Donnerstag, August 18th, 2011

Der heutige freie Tag wurde natürlich genutzt, um mit Molly durch die Wälder zu streifen – wann habe ich dazu schon einmal die Gelegenheit, ausser am Wochenende.

Zunächst wurden die noch immer nicht näher bestimmten Raufußröhrlinge wieder besucht und siehe da: sie haben massiv an Größe zugelegt und durften mit auf die Reise im Korb. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: die Wälder sind zu trocken. Die Funde beschränken sich derzeit auf alle Arten, die sich scheinbar mit weniger Feuchtigkeit zufrieden geben. Die Artenvielfalt ist gegeben, nur sind durch die warmen Phasen die Fruchtkörper meist schon madig oder blieben in ihrem Wachstumszyklus einfach stehen. Dennoch war die Ausbeute akzeptabel, weil derzeit der Pfifferling (Cantharellus cibarius) nicht zu bremsen ist – ein Pfund pro Ausflug ist fast immer drin.

Ein erstes Exemplar des Schafporlings entdeckte ich am Ende des Aufslugs und die große Anzahl Mohrenkopfmilchlinge, die der heissen Witterung trotzen, erstaunt mich.

An der berüchtigten Kreuzotter-Sonnenbad-Stelle fanden wir heute zwar keine Schlange vor, aber ein Überbleibsel gab es dann trotzdem zu bewundern.

Hier einige Fotos des heutigen Ausflugs…

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• Dienstag, August 16th, 2011

Ausserplanmäßig durfte ich heute einen freien Tag genießen und nutzte diesen für einen Abstecher in mein neues Waldgebiet, dass ich am Sonntag zum ersten Mal in Augenschein nahm.

Zu Beginn des Ausflugs besuchte ich die am Wochenende entdeckten Raufußröhrlinge und die Indizien verdichten sich, dass es sich dabei um den Leccinum duriusculum (Brauner Pappel-Raufuß) oder Leccinum brunneogriseolum (Wollstieliger Raufußröhrling) handelt – eine genauere Bestimmung werde ich vornehmen, wenn die Exemplare etwas größer sind und ich einen Sporenabdruck genommen habe.

Unterwegs traf ich heute einen Pilzsammler aus dem angrenzenden Tschechien, der in seinem Korb eine sehr bescheidene Ausbeute hatte, u. a. falsche Pfifferlinge, Gallenröhrlinge und einige Maronenröhrlinge. Meinen Hinweis, dass er die Gallenröhrlinge besser entsorgen solle, nahm er dankend an – ausnahmsweise mal ein Mensch, der nicht der Meinung ist, dass man ihm die guten Pilze wegschnappen möchte.

Im Großen und Ganzen waren in den drei Stunden auf vier Kilometern Distanz nur sehr wenige Pilze respektive Speisepilze zu bewundern, trotz vorangegangener Regenfälle und milder Temperaturen. Die Nächte sind aber hinsichtlich Witterung und Luftfeuchtigkeit vielversprechend und der gegenwärtige Neumond sollte das Wachstum in den nächsten Tagen positiv beeinflussen.

Einige Aufnahmen des Tages als Galerie…

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• Sonntag, August 14th, 2011

Die Überschrift verrät es schon: auch am heutigen Sonntag waren Molly und ich wieder unterwegs in den Wäldern – wie sollte es auch anders sein. Und ja: die Pilzsaison 2011 ist anders als sonst. Vielleicht ist man auch vom letzten Jahr zu sehr verwöhnt – Fakt ist: alles ist anders, nichts ist wie gewohnt.

Bevor ich den Wald betrat, der für heute auf dem Programm stand, sah ich mich noch einmal am Waldrand um, der mir vor zwei Tagen einen Raufußröhrling präsentierte, den ich bisher noch nicht genauer bestimmt habe. Dieses Unterfangen war von Erfolg gekrönt, denn das eine zurückgelassene Exemplar war bereits gewachsen, ein weiteres stand in der Nähe (hatte ich Freitag wohl übersehen) und ein größeres Exemplar (ebenfalls wohl übersehen) grinste mich frech an.

Nun ging es mit Molly in den daran angrenzenden, uns gänzlich unbekannten Abschnitt, dessen Vegetation bereits auf Distanz feuchte Gefilde erahnen ließ. So war es auch, als wir plötzlich in einem moorartigen Sumpf standen. Einen Weg zwischen Farn, Totholz, Holzbruch, Tümpeln, Gräben und dem Matsch auszumachen war gar nicht so einfach, aber Molly leitete uns gekonnt durch das Gebiet. Besonders auffällig war die Tatsache, dass sich hier sehr viele Exemplare des Lactarius lignyotus (Mohrenkopfmilchling) auf kleiner Fläche finden ließen – scheinbar gefällts dem dunklen Gesellen dort recht gut.

Wir bewegten uns vom Sumpf aus in das Waldstück, dass im letzten Jahr nur so von Steinpilzen wimmelte – aber ganz ohne Erfolg. Die einzigen Steinpilze waren bereits damit beschäftigt, sich wieder in die Erde zurückzuziehen. Es ging dann erst mal steil bergauf, denn ich hatte im Hinterkopf, dass wir im weiter oben liegenden Gebiet andere interessante Funde gemacht hatten. Die Pfifferlinge fühlten sich in diesem Wald auch recht wohl und so konnte ich eine beträchtliche Menge davon einheimsen. Oben angekommen ging es durch dichtes Unterholz, bis wir an einer Stelle herauskamen, die ich erst vor zwei Tagen inspiziert hatte – aber man übersieht ja häufig mal was und so durfte ich dort zwei schöne Lactarius volemus (Brätling) in meinen Korb wandern lassen.

Dann stand ich vor einem Pilz, den ich gestern beim Versuch einer Bestimmung des Lactarius torminosus (Birkenreizker) zunächst angesehen hatte und ich erinnerte mich, dass in der Beschreibung etwas von sehr scharfer Milch stand. Der scharfe Geselle hört auf den Namen Lactarius vellereus (Wolliger Milchling) und eine Geschmacksprobe bestätigte, trägt er diesen nicht zu Unrecht. Die Schärfe wich erst nach 20 Minuten wieder.

Irgendwie kam mit dann in den Sinn, dass ich vor zwei Jahren ganz in der Nähe mal eine Stelle entdeckt hatte, die von Pfifferlingen überzogen war und wo sich auch Brätlinge fanden. Ich wäre beinahe munter drauf los gestiefelt, im Kopf ein ganz anderes Bild vor Augen, als wir schon direkt dort standen – wir waren die ganze Zeit bereits in der Nähe dieses Fleckchens, ohne dass ich es gemerkt hätte. Und wie erwartet: Pfifferlinge in allen Größen und großer Menge. Auch der erhoffte Brätling stand ganz in der Nähe. Direkt neben den Pfifferling fand ich einen Becherling (?), der aber noch zu bestimmen ist – so fern das anhand der Aufnahmen möglich ist.

Wir machten dann einen Schwenk und bewegten und in eine andere Richtung, hin zu einer Stelle, die vor einigen Wochen bereits eine Überraschung mit sich brachte. Vorbei an alten Exemplaren des Schopftintlings hin zur Stelle, an der vor einer Woche ein vergammelter Steinpilz stand – aber auch dort war tote Hose. Also, wieder zurück zum Hauptweg und wie gehabt – ich rechnete schon damit und es war auch wieder genau wie beim ersten Mal. Beim Hinweg sieht man nichts, auf dem Weg zurück steht man direkt davor – eine Kreuzotter. Dieses Mal ein jüngeres Exemplar, aber nicht weniger beeindruckend.

So langsam war es dann an der Zeit den Rückweg anzutreten, denn von diesem Waldstück aus sind es noch gute drei Kilometer. Unterwegs sammelte ich noch Cantharellus tubaeformis (Trompetenpfifferling) und Laccaria amethystea (Violette Lacktrichterlinge), die ich am Vortag in großer Anzahl gesichtet hatte.

Eine Auswahl der Aufnahmen des heutigen Tages… dieses Mal deutlich mehr als sonst.