Tag-Archive for ◊ Rotkappe ◊

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• Sonntag, September 12th, 2010

Bevor wir heute gegen 12.00 Uhr losfuhren, kam Sammy (Labrador aus der Nachbarschaft) mit seinem jungen Herrchen vorbei und Molly konnte noch eine Runde mit ihm im Garten herumtoben.

Schon beklagen sich die ersten „es gibt keine Schwammer mehr…“. Im Wald angekommen trafen wir ein Pärchen, daß „schon eine halbe Stunde hier rumrennt, aber noch fast nix gefunden hat“ und „mein Mann ist sogar zwischen den ‚Tannen‘ herumgekrochen, aber da war auch nix“. Nun ja, was soll man dazu sagen? Freundlich, wie ich nun mal bin, verwies ich darauf, daß es eben derzeit nicht feucht genug sei, aber bei geeigneter Witterung spätestens beim nächsten Neumond noch einmal mit einem Wachstumsschub zu rechnen sei – wollten sie mir nicht so recht glauben… bleibt eben mehr für uns.

Erika und ich wanderten dann los und keine 100 Meter entfernt ging es mit diesem wackeren Gesellen los

Wir trennten uns dann wieder, um zwei verschiedene Abschnitte zeitgleich zu inspizieren und Molly rannte immer zwischen uns beiden hin und her. Als ich oben ankam wartete sie schon auf mich

Auch in dieser Woche begrüßte uns mitten auf dem Weg ein schöner Steinpilz

und ich machte dann den obligatorischen Abstecher in den Rotkappen-Wald, während Erika und Molly draussen warteten und eine Brotzeit machten. Hier sah ich aus der Ferne einen Pilz auf einem Baumstumpf, den ich aus der Distanz für einen Milchbrätling hielt – dem war aber nicht so:

Bei genauerer Betrachtung des direkten Umfeldes grinste mich spitzbübisch aus dem Unterholz dieser schöne Kerl an:

Ein Blick nach rechts offenbarte diese Exemplare, ebenfalls gut getarnt unter diesem umgestürzten Baum:

Die Ausbeute dieser einen Stelle setzte sich so zusammen:

Ich kroch weiter durch das Unterholz, ein peitschender Asthieb jagte den nächsten und immer wieder stieß ich dabei auf schöne Zwillingspärchen:

Zurück auf den Weg und selbst eine kleine Brotzeit gemacht, dabei den Blick in die Ferne schweifen lassen und sich umsehen, wo man denn noch hinlaufen kann. Ein Abschnitt hangabwärts erregte dabei mein Interesse, denn ich konnte große Farnsträucher entdecken, die auf relativ feuchten Boden schließen lassen. Dort gibt es meistens auch Moos, häufig auch Heidelbeersträucher und was sagt mir das? Verdächtig, verdächtig… wir liefen also getrennt in den Abschnitt und ich machte einen Abstecher in eine andere Richtung und wurde nicht enttäuscht, denn meine Theorie bestätigte sich:

Erika stieß auch wieder dazu und wir entdeckten noch einige Überreste gigantischer Steinpilze, die ein anderer Sammler mit seinem Messer in Augenschein genommen hatte – alles nicht mehr verwertbar. Ein naher Mischwald mit moosigen, leicht laubbedecktem Untergrund kam als nächstes an die Reihe. Hier hat sich wohl wieder mal ein Mensch mit relativ unzureichender Pilzkenntnis zu schaffen gemacht, denn ich „stolperte“ über das hier:

Zum Glück war dieses riesige Exemplar eines Milchbrätling noch fest, denn er wanderte in den Korb – wäre echt schade drum gewesen. Wir liefen ein Stück weiter und kamen wieder auf den ursprünglichen Weg zurück. Erika hatte in der Ecke zwar schon einiges inspiziert, aber ein Seitenweg erschien mir auch wieder recht verdächtig und ich zog mit Erika’s Korb (ist kleiner) bewaffnet los. In der Mitte des Weges standen junge Fichten, die immer größer wurden, so dass ich irgendwann nicht mehr auf die „andere Seite“ des Weges sehen konnte.

Und weil in Deutschland Rechtsfahrgebot gilt, blieb ich auf der rechten Seite des Weges, denn die andere Seite wollte ich mir dann auf dem Rückweg vornehmen – im Kopf hatte ich da schon ein Bild vor Augen, was wohl dort zu finden sein könnte. Dem war auch so…

Zurück bei Erika angekommen tauschten wir wieder den Korb und standen dabei direkt vor diesen prächtigen Kerlchen

Der Korb war mittlerweile schon richtig gut gefüllt und so beschlossen wir zurückzulaufen – kurze Verschnaufpause, Molly bewacht wie immer die Beute:

Auf dem Weg zurück zum Auto machte ich noch den ein oder anderen Abstecher in den angrenzenden Wald, weil dieser immer wieder mit einer Überraschung aufwartete. Zum Beispiel diese schönen Milchbrätlinge:

Diese Steinpilze durften natürlich auch nicht fehlen, wenn sie einen schon so schön vom Wegrand aus angrinsen…

Die Ausbeute des heutigen Tages wird nun geputzt (mir graut jetzt schon davor, denn da sitze ich garantiert einige Zeit) und setzt sich so zusammen:

Hier ein Größenvergleich Feuerzeug vs. Milchbrätling, Hexenröhrling und Rotkappe

Wie üblich die Bilder des Tages noch einmal als Galerie – sind auch noch einige Fotos dabei, die ich nicht in den Artikel eingefügt habe…

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• Freitag, September 10th, 2010

Es gibt kaum etwas schöneres als mit Molly am Freitag auf Tour zu gehen, denn da ist das beginnende Wochenende noch am längsten. Das Wetter war dezent, mild, leicht bewölkt, aber es dauerte nicht lange bis die Sonne zwischen den Wolken durchbrach – ich genoß die warmen Sonnenstrahlen, die den Herbst einläuten, im T-Shirt und Molly hatte auch viel Spaß beim Herumtoben.

Meinen ursprünglichen Plan in den Wäldern rund um Schirnding sammeln zu gehen hatte ich verworfen, eine Entscheidung die sich schon bald als richtig herausstellen sollte. Gleich zu Beginn ging es mit Raufußröhrlingen los, die sich einen sicheren Platz zum Wachsen gesucht hatten:

Einige Pfifferlinge gesellten sich sogleich hinzu und nachdem ich mich von Erika am finalen Startpunkt absetzen ließ, ging es quer durch einen sehr feuchten, moosigen Mischwald, der von gigantischen Kolonien des Grüngelben Gallertkäppchen überzogen war. Wohin man auch blickte standen hunderte dieser Pilze (Archivfoto):

Ich bewegte mich langsam den Abhang hinab, um an einer bestimmten Stelle nachzusehen, ob sich denn so langsam mal eine Krause Glucke bildet. Im vergangenen Jahr hatte ich dort ein 3,8 Kilogramm-Monster gefunden, doch in diesem Jahr will diese Stelle nicht so recht. Auf dem Weg dorthin lief mir Molly dann „davon“, blieb in einem größeren Abstand sitzen und wartete auf mich. Als ich näher kam war die Freude groß:

Man beachte ihren „fröhlichen“ Gesichtsausdruck 😉

Natürlich freut man sich über so einen Fund sehr, aber wieso muss man solch schwere Pilze immer zu Beginn einer Pilztour finden? War aber auch zu erwarten, denn ich hatte heute das Gefühl, dass genau so etwas passieren würde und wollte Erika eigentlich noch bitten, dass sie kurz wartet für den Fall, dass ich eine Krause Glucke finde und sie diese dann gleich mit nach hause nehmen könnte. Man sollte immer auf sein Bauchgefühl hören…

Es ging dann schnurstracks zurück zur asphaltierten Waldstraße, um in einen anderen Abschnitt zu gelangen. Dort fand ich einen Schirmpilz, den ich noch nicht hundertprozentig bestimmt habe, aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ist es ein persönlicher (bewusster) Erstfund, nämlich der Safranschirmling (Chlorophyllum rhacodes). Leider waren die örtlichen Verhältnisse so ungünstig, dass ich keinerlei Möglichkeit hatte ein Bild am Standort aufzunehmen. Aber ein Foto von vertrockneten Riesenexemplaren des Hallimasch konnte ich dort auf Distanz einfangen:

Auch fand ich in dort ein schönes Exemplar des Schönfußröhrling, dass ich mit der Linse einfing:

Im unmittelbaren Umkreis fanden sich zahlreiche Rotfußröhrlinge und hier erntete ich wirklich nur die jüngsten, kleinsten Exemplare, die man geputzt und einmal halbiert direkt konservieren kann. Es gesellten sich Maronenröhrlinge hinzu, zahlreiche Perlpilze und hätte ich gewollt, wäre ich mehreren Kilogramm Trompetenpfifferlingen heimgegangen, denn diese Gattung wächst derzeit wie Unkraut soweit das Auge reicht. Ergänzend zu diesen Funden stieß ich auf Kuhröhrlinge, einen flockenstieligen Hexenröhrling, einige Lärchenröhrlinge, Mohrenkopfmilchlinge, Schafporlinge (ebenfalls in großen Kolonien zu finden), den großen Schmierling (Kuhmaul), einen Schwarzschuppigen Birkenröhrling, Violette Lacktrichterlinge, Sandröhrlinge und Flaschenstäublinge.

Die Funde des heutigen Tages im Überblick:

Und hier dann noch einmal alle Fotos des Tages inkl. einiger von Molly als Galerie:

Morgen geht es wieder auf die Piste und dann geht die Jagd weiter. Viel Erfolg an alle Leser bei Ihren Exkursionen und einen schönen Start ins Wochenende.

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• Sonntag, September 05th, 2010

Noch gestern stelle ich die Theorie in den Raum, dass sich die Röhrlinge bestimmt noch einmal in dieser Saison sehen lassen und schon heute bekomme ich dafür den Beleg. Ein perfekter Sonntagsausflug von fast vier Stunden Dauer liegt hinter uns und wir können uns weder über Wetter noch Funde beschweren – es fühlte sich wie der Beginn eines schönen, milden Herbstes an.

Auf dem Weg zum Wald, der mir in der letzten Woche 29 schöne Rotkappen bescherte, haben sich Erika und ich getrennt – sie ging rechts den Weg hoch, auf dem wir Totentrompeten fanden (diese Woche leider keine neuen Exemplare vorhanden) und ich lief links durch einen unwegsamen Mischwald, der von Birken dominiert wird. Zahlreiche Pfifferlinge, einige Rotkappen und neun schöne Steinpilze entlohnten für diese Strapaze.

Nachdem wir uns oben angekommen wieder trafen, schlugen wir den Weg in Richtung des besagten Rotkappen-Waldes ein. Erika und Molly liefen den Weg ab, sammelten einige flockenstielige Hexenröhrlinge ein

und ich verabschiedete mich ins Dickicht. Vorher noch schnell einen schönen Steinpilz vom Weg eingesammelt:

Nun, was soll ich sagen – auch diese Woche war wieder Erntezeit. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint und so wuchsen innerhalb dieser sieben Tage erneut zahlreiche Rotkappen nach. Einige Exemplare, die ich wohl in der vergangenen Woche übersehen hatte, sind zu riesigen Pilzen mutiert, die ich aber zum Aussporen stehen ließ. Hier ein kleiner Eindruck der Dimensionen:

Selbst wenn es sehr mühsam ist, durch dieses Dickicht zu kriechen, so ist es mir den Aufwand wert. Ich habe zwar schon an verschiedenen Stellen gelesen, dass der geschmackliche Wert der Rotkappen eher in Frage gestellt wird, was ich aber so nicht bestätigen kann. Und das feste Fleisch ist mit Sicherheit eine wunderbare Ergänzung in jedem Mischpilzgericht.

Die Funde des heutigen Tages präsentieren sich so:

Das Erstaunliche an den Rotkappen-Funden: auch in dieser Woche waren es wieder exakt 29 Exemplare – scheinbar rationiert der Wald genau passend.

Ein Standard-Feuerzeug als Größenvergleich zu den größten Exemplaren – besonders dieser Perlpilz und die wuchtige Rotkappe sind beeindruckend:

Ich wünsche allen eine erfolgreiche Woche und zum Abschluss gibt es die Bilder noch einmal als Galerie: