Tag-Archive for ◊ Schwammer ◊

Author:
• Montag, Oktober 03rd, 2011

Feiertage sind eine gute Sache: man bekommt einen freien Tag geschenkt und kann diesen nach Gutdünken nutzen. Normalerweise bin ich bei meinen Streifzügen ja mit Molly solo unterwegs und die kleine Dita muss alleine zuhause bleiben, aber wenn sich schon mal so eine gute Gelegenheit bietet, waren wir heute zu viert in den Wäldern.

Die letzten Wochen waren hinsichtlich des Pilzwachstums in den fränkischen Wäldern sehr wankelhaft. Einerseits liest man im Schwammer-Forum Fundberichte ungeahnten Ausmaßes, andererseits klagen viele über mäßige bis hin zu gar keinen Funden. In meiner Region, dem Norden Oberfrankens, hatte ich zumeist gute Ausbeute, fand eine bunt gemischte Artenvielfalt und manche Arten zeitweilig im Übermaß – zumeist.

Unser Ausflug führte Erika, Molly, Dita und mich in die Wälder meiner Kindheit, entlang des ehemaligen Grenzstreifens zur Tschechischen Republik, der heutzutage das ideale Pilzrevier darstellt, da sich auch 22 Jahre nach Öffnung des Eisernen Vorhangs nur wenige in diese Wälder verirren. In den vergangenen Jahren habe ich hier desöfteren seltene Arten entdecken dürfen, die sich sonst nirgendwo anders in meinen heimischen Forsten zeigen – so z. B. Suillus cavipes (Hohlfußröhrling), Suillus placidus (Elfenbeinröhrling), u. a..

Die wechselhaften Temperatur- und Witterungsverhältnisse waren der Pilzpopulation nicht sehr zuträglich: Überreste gigantischer Steinpilze, vertrocknete Täublinge und allerlei undefinierbare Pilzleichen stehen an allen Ecken und Enden. Eine Art scheint sich aber an diesem Wechselspiel nicht zu stören: Boletus badius (Maronenröhrling). Man findet sie in solch zahlreichen Mengen, dass Erika und ich teilweise 50 feinste Exemplare auf 20 qm messenden Abschnitten entdeckten. Natürlich wandern da nur die schönsten in den Korb, wenn man schon die Wahl hat.

Dita hat sich auf diesem Ausflug als eine sehr ungeduldige Zeitgenossin bewiesen: wann immer wir anhielten, um Pilze zu ernten, erlebten wir ein wahrliches Fiep-Konzert. Es kann ihr einfach nicht schnell genug gehen, immer in Bewegung bleiben, immer weiter. Dies und andere Erlebnisse bestärken uns in der Ansicht, dass sie der perfekte Hund für den Hundesport Agility ist. Kein Hindernis ist zu hoch, keine Lücke zu schmal, überall muss man hineinkriechen – Furcht kennt sie scheinbar nicht.

Neben Maronenröhrlingen fanden sich dann doch noch einige andere Arten: Flockenstielige Hexenröhrlinge, Rotfußröhrlinge, Steinpilze, Sandröhrlinge, Kuhröhrlinge, Goldgelbe Lärchenröhrlinge und Pfefferröhrlinge.

Der Ausflug tat uns allen gut: wir begegneten keiner Menschenseele, Molly und Dita tobten sich an einem kristallklaren Bach aus, die Brotzeit am Buchbrunnen war köstlich und unser Korb wurde bestens gefüllt – was will man mehr.

Die schönsten Aufnahmen des heutigen Tages…

Author:
• Freitag, September 30th, 2011

Unser gewohnter Schwammer-Freitag stand ganz im Zeichen des Boletus badius (Maronenröhrling): konsequente Suche und Ernte, um die Wintervorräte auf Vordermann zu bringen. Zeitweise ist das für meine äußerst bewegungsfreudige Borderdame Molly sicher sehr langweilig, wenn sie mir beim Abschneiden und Einsammeln der Maronen zusieht – aber was muss, das muss…

Eine Begegnung der besonderen Art hatten wir dann in einem Abschnitt, circa 100 Meter von einem Weg entfernt, wo Molly plötzlich in der Bewegung verharrte und ins vermeintliche Nichts starrte. Ich hielt die zwei „Spaziergänger“ zunächst für nicht besonders erwähnenswert, aber begleitet wurden sie im Abstand von ungefähr 10 und 20 Metern von zwei kalbsgroß wirkenden Hunden, die ich auf die Distanz nicht identifizieren konnte. In solchen Momenten bin ich immer heilfroh, dass Molly stets ruhig bleibt, keinen Laut von sich gibt und in Bordercollie-Manier nur auf das Ziel fokussiert beobachtet – mit der überaus eifrigen Dita wäre die Sache sicher nicht so glimpflich ausgegangen.

Da ich heute erst später von der Arbeit zurück war, beschränkten wir den Ausflug auf ca. zwei Stunden (können auch drei gewesen sein), denn morgen ist Teil 6 unserer Marathon-Tour angesagt und ich bin guter Dinge, dass wir dabei großartige Funde machen werden.

Die Funde des Tages, einige Eindrücke des Waldes und die zwei schwarz-weißen Hexen in Aktion…

Author:
• Donnerstag, September 29th, 2011

Heute hatte ich einen außerplanmäßigen freien Tag, den ich nach der Erfüllung meiner Pflichten Erika, den Hunden und den Pilzen widmete.

Auftakt war ein Ausflug mit Erika, Rita, Sally, Chill, Dita’s Schwester DJane, Molly und Dita zu einem nahegelegenen See, der von Anglern stark frequentiert wird – auch heute und wie so oft, waren diese von der wilden Hundemeute wenig begeistert. Auf dem Weg zum See nutzte ich die Chance und ging abseits des Weges durch die Waldabschnitte, wo ich bereits die ersten Boletus edulis (Fichtensteinpilz), Boletus badius (Maronenröhrling) und Lactarius deterrimus (Fichtenreizker) fand. Am und im Wasser tobten sich die Hunde dann aus, bevor Rita wieder zur Arbeit musste und wir gemeinsam den Rückweg antraten.

Der zweite Ausflug des Tages führte Molly und mich in die umliegenden Wälder von Selb, wo wir wirklich fette Beute machten: Steinpilze, Maronenröhrlinge und Birkenpilze füllten in kürzester Zeit den Korb. Das Sammeln der jungen Maronenröhrlinge war dabei eine immens zeitintensive Aufgabe, da sie manche Flecken in großer Zahl bevölkern, idealerweise es sich um junge Exemplare handelt, die aber entsprechend klein sind. Somit hat man sehr viel zu tun, um den Korb zu füllen und vom Putzen der Pilze will ich erst gar nicht sprechen.

Die Fotos des heutigen Tages…