Die Röhrlinge kehren zurück…

Bereits gestern gab es ja eine tolle Ausbeute und nach den leicht steigenden Temperaturen wurde auch der heutige Tag genutzt. Gegen 15.00 Uhr machte ich mich auf in ein an den gestrigen Abschnitt grenzendes Gebiet, dass mir im letzten Jahr tolle Röhrlingsfunde aller Art bescherte. Bereits in den ersten zehn Minuten durfte ich mich an einem schönen Schwung junger Maronenröhrlinge und Rotfussröhrlinge erfreuen. Ein Schönfußröhrling gefolgt von großen Schmierlingen alias Kuhmäulern (seltsamer Plural) folgte dem. Flockenstielige Hexenröhrlinge und wie erwartet an der selben Stelle wie im Vorjahr ein wunderschöner Fichtensteinpilz. Keine zehn Meter entfernt der nächste Steinpilz und ein perfekt gewachsener Hexenröhrling. Einige Pfifferlinge, Rotfußröhrlinge, Maronenröhrlinge, Goldröhrlinge, Sandröhrlinge und nach kurzer Zeit war mein Bedarf gedeckt und es ging wieder nach hause 😉 Wenn es so weiter geht, wird das ein erfolgreicher September…

Einige Aufnahmen dieser Tour

Gute Funde und ein Erstfund

Da jammern alle in der Region, dass es nichts gibt und ich grinse nur dumm. Ich denke, man muss nur die Augen aufmachen und die richtigen Wälder kennen. Ein Tag geprägt von tollen Funden und sagte ich es schon einmal: ich liebe die Atmosphäre im Wald, wenn es regnet, der Himmel nicht total trüb-grau ist und alles strahlt in einem leuchtenden Grün. So als wenn die Natur frisch gewaschen wäre. Und auch meine kleine, englische Dame genoss das Wetter sichtlich – dazu noch vier Stunden querfeldein in einem Areal, dass sie noch nicht kannte – ist das ein Borderleben 😉

Die Regenfälle der letzten Tage machen es möglich – alles wächst wieder… meine Prognose, dass wir im September sicher gute Zeiten erwarten dürfen, hat sich bewahrheitet. Ich wählte für heute die wirklich lange Strecke und es gab so einige tolle Momente, die einzigartig waren. Molly hat sich ausgetobt, schoss wieder wie eine Verrückte durch’s Moos und fand es gut, dass Herrchen sich mit ihr wieder aufgemacht hat.

Die ersten Funde waren Sandröhrlinge gefolgt von Maronenröhrlingen, Trompetenpfifferlingen (Cantharellus tubaeformis) und Perlpilzen (Amanita rubescens). Dann ging es weiter in ein Gebiet mit sehr sauren Böden – erkennbar an großen Ansammlungen von Heidelbeersträuchern und Heidekraut. In diesem Abschnitt fand ich im letzten Jahr recht viel und vor allem ist es ein guter Platz, um  die in diesem Jahr eher seltenen Arten wie den flockenstieligen Hexenröhrling (Boletus erythropus) zu finden – so war es auch.

Dann, um das ganze noch schöner zu machen, hat mich Molly mit ihrer feinen Nase wieder genau in die richtige Richtung gelotst: 3 (in Worten: DREI!) Krause Glucken 😉 Mein Pilzmesser ging auch wieder mal flöten, vergass es an einer Stelle, wo ich einige Fotos knipste, aber dank Hund wieder gefunden. Eigentlich ja lustig: mittlerweile verlasse ich mich da total auf sie und ihre Spürnase, weil sie mich in der letzten Woche damit so überraschte.

An der selben Stelle wie im letzten Jahr auch strahlte mich dann Boletus Edulis an – einmal bereits total hinüber, aber ein weiterer in bester Qualität – so muss das sein 😉 Das Spektakulärste des Tages war ein persönlicher Erstfund, den ich noch nicht bestimmt habe. Dem Steinpilz recht ähnlich, auf jeden Fall eine Röhrlingsart, aber mehr Infos folgen noch.

So, EDIT…. habe mittlerweile herausgefunden, was ich da hatte. Es handelt sich um einen äusserst seltenen Anhängselröhrling (Boletus appendiculatus), auch bekannt als gelber Bronzeröhrling, mittlerweile sehr selten geworden und für mich tatsächlich ein persönlicher Erstfund. Heute war ein guter Tag 🙂

Die schönsten Fotos des Tages…

Pfifferlinge, Milchbrätlinge & der Tod…

Wie sang Costa Cordalis schon so schön im Jahr 1980: Bring uns Regen, Pan, komm’ mach die Erde grün – dem schliesse ich mich vorbehaltlos an. Im Moment sind die Niederschlagsmengen einfach zu gering, als dass sich wirklich ein vernünftiges Pilzwachstum einstellen könnte.

Die Funde des Wochenendes waren eher bescheiden, dennoch kann ich nicht klagen. Die Pfefferröhrlinge (Chalciporus piperatus) zeigen sich wieder vereinzelt an schattigen Plätzen, der Perlpilz (Amanita rubescens) feiert ein stilles Comeback, einzelne Sandröhrlinge (Suillus variegatus) sind zu finden, Rotfußröhrlinge, Pfifferlinge und Milchbrätlinge.

Neben diesen Funden habe ich noch die Überreste eines Waldräubers entdeckt – hier die Aufnahmen des Tages…