Tag-Archive for ◊ Rotfüßchen ◊

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• Samstag, September 11th, 2010

Es ging heute später als gewöhnlich los, weil noch einiges zu erledigen war, aber gegen 13.00 Uhr habe ich mich dann endlich mit Molly in den Wald aufgemacht. Strahlender Sonnenschein, milde Temperaturen und gleich zu Beginn ein prima Auftakt: zwei wunderschöne Steinpilze. Nun gut, am Ende dann nur noch ein wunderschöner, denn Molly fand es bequem sich auf den Steinpilz zu legen, dessen Hut dann abbrach… böses Mädchen!

Angestachelt durch diesen Fund durchkämmte ich das umliegende Gebiet, fand dabei aber lediglich viele Perlpilze, einige Mohrenkopfmilchlinge, Sandröhrlinge, Pfifferlinge und Massen von Täublingen aller Gattungen – ein Meer verschiedenster Rot- und Brauntöne. Auch der Violette Dickfuß alias Lila Dickfuß (Cortinarius traganus) breitet sich derzeit aus und ist an vielen Stellen anzutreffen.

Den Trompetenpfifferling könnte man momentan mit der Sense ernten, denn er steht überall in so großer Anzahl büschelweise herum, dass es zeitweise unvermeidbar ist ihn zu zetreten – außer man kann fliegen.

Molly und ich bewegten uns dann in Richtung meines Totentrompeten-Platzes, der auch in dieser Woche wieder einige Exemplare hergab:

Ganz in der Nähe fand ich mal wieder den Anistrichterling alias Grüner Anistrichterling (Clitocybe odora) und habe unter widrigsten Umständen ein Foto davon geschossen. Aufgrund des hohen ISO-Wertes (800) entstand dabei leider auch ein starkes Bildrauschen…

Auf dem Rückweg entdeckten wir dann noch diesen „Obermieter“

und einen kolossalen, alten Steinpilz (verblieb natürlich am Standort)

Ergänzend entdeckte ich an anderen Stellen noch einige Maronenröhrlinge, zwei Hexenröhrlinge, Kuhröhrlinge, Violette Lacktrichterlinge, Rotfußröhrlinge und Große Schmierlinge.

Der Fund des Tages im Überblick:

Und die Totentrompeten im Detail:

Alle Fotos noch einmal als Galerie, damit man bequem durchklicken kann…

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• Freitag, September 10th, 2010

Es gibt kaum etwas schöneres als mit Molly am Freitag auf Tour zu gehen, denn da ist das beginnende Wochenende noch am längsten. Das Wetter war dezent, mild, leicht bewölkt, aber es dauerte nicht lange bis die Sonne zwischen den Wolken durchbrach – ich genoß die warmen Sonnenstrahlen, die den Herbst einläuten, im T-Shirt und Molly hatte auch viel Spaß beim Herumtoben.

Meinen ursprünglichen Plan in den Wäldern rund um Schirnding sammeln zu gehen hatte ich verworfen, eine Entscheidung die sich schon bald als richtig herausstellen sollte. Gleich zu Beginn ging es mit Raufußröhrlingen los, die sich einen sicheren Platz zum Wachsen gesucht hatten:

Einige Pfifferlinge gesellten sich sogleich hinzu und nachdem ich mich von Erika am finalen Startpunkt absetzen ließ, ging es quer durch einen sehr feuchten, moosigen Mischwald, der von gigantischen Kolonien des Grüngelben Gallertkäppchen überzogen war. Wohin man auch blickte standen hunderte dieser Pilze (Archivfoto):

Ich bewegte mich langsam den Abhang hinab, um an einer bestimmten Stelle nachzusehen, ob sich denn so langsam mal eine Krause Glucke bildet. Im vergangenen Jahr hatte ich dort ein 3,8 Kilogramm-Monster gefunden, doch in diesem Jahr will diese Stelle nicht so recht. Auf dem Weg dorthin lief mir Molly dann „davon“, blieb in einem größeren Abstand sitzen und wartete auf mich. Als ich näher kam war die Freude groß:

Man beachte ihren „fröhlichen“ Gesichtsausdruck 😉

Natürlich freut man sich über so einen Fund sehr, aber wieso muss man solch schwere Pilze immer zu Beginn einer Pilztour finden? War aber auch zu erwarten, denn ich hatte heute das Gefühl, dass genau so etwas passieren würde und wollte Erika eigentlich noch bitten, dass sie kurz wartet für den Fall, dass ich eine Krause Glucke finde und sie diese dann gleich mit nach hause nehmen könnte. Man sollte immer auf sein Bauchgefühl hören…

Es ging dann schnurstracks zurück zur asphaltierten Waldstraße, um in einen anderen Abschnitt zu gelangen. Dort fand ich einen Schirmpilz, den ich noch nicht hundertprozentig bestimmt habe, aber mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ist es ein persönlicher (bewusster) Erstfund, nämlich der Safranschirmling (Chlorophyllum rhacodes). Leider waren die örtlichen Verhältnisse so ungünstig, dass ich keinerlei Möglichkeit hatte ein Bild am Standort aufzunehmen. Aber ein Foto von vertrockneten Riesenexemplaren des Hallimasch konnte ich dort auf Distanz einfangen:

Auch fand ich in dort ein schönes Exemplar des Schönfußröhrling, dass ich mit der Linse einfing:

Im unmittelbaren Umkreis fanden sich zahlreiche Rotfußröhrlinge und hier erntete ich wirklich nur die jüngsten, kleinsten Exemplare, die man geputzt und einmal halbiert direkt konservieren kann. Es gesellten sich Maronenröhrlinge hinzu, zahlreiche Perlpilze und hätte ich gewollt, wäre ich mehreren Kilogramm Trompetenpfifferlingen heimgegangen, denn diese Gattung wächst derzeit wie Unkraut soweit das Auge reicht. Ergänzend zu diesen Funden stieß ich auf Kuhröhrlinge, einen flockenstieligen Hexenröhrling, einige Lärchenröhrlinge, Mohrenkopfmilchlinge, Schafporlinge (ebenfalls in großen Kolonien zu finden), den großen Schmierling (Kuhmaul), einen Schwarzschuppigen Birkenröhrling, Violette Lacktrichterlinge, Sandröhrlinge und Flaschenstäublinge.

Die Funde des heutigen Tages im Überblick:

Und hier dann noch einmal alle Fotos des Tages inkl. einiger von Molly als Galerie:

Morgen geht es wieder auf die Piste und dann geht die Jagd weiter. Viel Erfolg an alle Leser bei Ihren Exkursionen und einen schönen Start ins Wochenende.

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• Samstag, September 04th, 2010

„Endlich geht’s los“. Das waren sicher die Gedanken meiner Bordercollie-Dame Molly, als ich mich dann gegen Mittag endlich aufraffte, um mit ihr durch die Wälder zu streifen. Erika setzte mich am Rand eines Waldes ab und ich stelle fest, dass ich meine Kamera vergessen habe. Wirklich prima. Also hieß es sich einige Zeit im nahen Gelände herumzudrücken, bis Erika die Kamera von zuhause geholt und bei mir abgeliefert hat. Glücklicherweise war der Weg nicht zu weit, so dass sie nach zehn Minuten zurück war und mir auch noch eine dünne Jacke mitbrachte – stellte sich später als sehr sinnvoll heraus.

Im Moment halten sich die Röhrlinge ja eher bedeckt. Alle Vertreter der Boletus-Familie und ihre nahen Verwandten ziehen es vor, sich mit dem Wachsen zurückzuhalten und in ihrer angestammten Zeit wieder zu erscheinen – so meine Hoffnung. Naja, was heisst Hoffnung – eigentlich glaube ich da ja ganz fest dran. Heute war also demnach Tag der Blätterpilze, selbst wenn sich einige Röhrlinge in meinen Kopf verirrten. Besonders erfreut haben mich einige Totentrompeten, die auf einer winzigen Fläche von ca. 4 Quadratmetern Jahr für Jahr erscheinen.

Als erster Geselle kam mir dieser heute vor die Kamera:

Ebenso schön anzusehen, wenngleich auch nicht verwertbar: riesige Fliegenpilze, scharenweise…

Besonders verwunderlich ist in diesem Jahr die zunehmende Ausbreitung des Schafporlings, den ich zahlreich finde. Meine kleine Hütehündin Molly dachte sie da wohl: naja, wenn ich schon keine Schafe hüten darf, dann hüte ich eben Schafporlinge – sind auch weiß und haben zumindest das Wort „Schaf“ im Namen…

Im großen und ganzen setzt sich der heutige Fund aus diesen Arten zusammen: Bruchreizker, Butterröhrlinge, flockenstieliger Hexenröhrling, kleine Waldchampignons, Krause Glucke, Maronenröhrlinge, Milchbrätling, Mohrenkopfmilchlinge, Perlpilze, Pfifferlinge, Raufußröhrlinge (schwarzschuppige Rotkappe alias Birkenrotkappe), Reifpilze, Sandröhrlinge, Schafporlinge, Totentrompeten, Trompetenpfifferlinge und violette Lacktrichterlinge. Ebenso habe ich noch einen sehr Champignon-artig aussehenden Pilz gefunden, mittlerweile zum dritten Mal, den ich aber noch immer nicht verbindlich bestimmt habe – kann ja eigentlich nicht so schwer sein, aber ich möchte da schon hundertprozentig sicher sein, denn man hat bei (giftigen) Pilzen eben nur eine Chance.

Kleine Anmerkung am Rande: das Lexikon wurde mit einigen neuen Arten und Fotos erweitert – einfach mal reinsehen.

Die Funde des Tages und einige Aufnahmen von Molly als komfortable Galerie…