Tag-Archive for ◊ Birkenpilz ◊

Author:
• Sonntag, September 05th, 2010

Noch gestern stelle ich die Theorie in den Raum, dass sich die Röhrlinge bestimmt noch einmal in dieser Saison sehen lassen und schon heute bekomme ich dafür den Beleg. Ein perfekter Sonntagsausflug von fast vier Stunden Dauer liegt hinter uns und wir können uns weder über Wetter noch Funde beschweren – es fühlte sich wie der Beginn eines schönen, milden Herbstes an.

Auf dem Weg zum Wald, der mir in der letzten Woche 29 schöne Rotkappen bescherte, haben sich Erika und ich getrennt – sie ging rechts den Weg hoch, auf dem wir Totentrompeten fanden (diese Woche leider keine neuen Exemplare vorhanden) und ich lief links durch einen unwegsamen Mischwald, der von Birken dominiert wird. Zahlreiche Pfifferlinge, einige Rotkappen und neun schöne Steinpilze entlohnten für diese Strapaze.

Nachdem wir uns oben angekommen wieder trafen, schlugen wir den Weg in Richtung des besagten Rotkappen-Waldes ein. Erika und Molly liefen den Weg ab, sammelten einige flockenstielige Hexenröhrlinge ein

und ich verabschiedete mich ins Dickicht. Vorher noch schnell einen schönen Steinpilz vom Weg eingesammelt:

Nun, was soll ich sagen – auch diese Woche war wieder Erntezeit. Das Wetter hat es gut mit uns gemeint und so wuchsen innerhalb dieser sieben Tage erneut zahlreiche Rotkappen nach. Einige Exemplare, die ich wohl in der vergangenen Woche übersehen hatte, sind zu riesigen Pilzen mutiert, die ich aber zum Aussporen stehen ließ. Hier ein kleiner Eindruck der Dimensionen:

Selbst wenn es sehr mühsam ist, durch dieses Dickicht zu kriechen, so ist es mir den Aufwand wert. Ich habe zwar schon an verschiedenen Stellen gelesen, dass der geschmackliche Wert der Rotkappen eher in Frage gestellt wird, was ich aber so nicht bestätigen kann. Und das feste Fleisch ist mit Sicherheit eine wunderbare Ergänzung in jedem Mischpilzgericht.

Die Funde des heutigen Tages präsentieren sich so:

Das Erstaunliche an den Rotkappen-Funden: auch in dieser Woche waren es wieder exakt 29 Exemplare – scheinbar rationiert der Wald genau passend.

Ein Standard-Feuerzeug als Größenvergleich zu den größten Exemplaren – besonders dieser Perlpilz und die wuchtige Rotkappe sind beeindruckend:

Ich wünsche allen eine erfolgreiche Woche und zum Abschluss gibt es die Bilder noch einmal als Galerie:

Author:
• Sonntag, August 29th, 2010

Erika, Molly und ich haben uns bereits um 11.15 Uhr auf den Weg gemacht, was in Franken am Sonntag die perfekte Uhrzeit ist, weil fast alle sind mit ihrem Mittagessen beschäftigt. Aus diesem Grund begegnete uns heute auch niemand – ganz wie gewünscht. Und Molly freut sich dann auch immer, kann es gar nicht abwarten von der Leine gelassen zu werden:

Zu Beginn der Tour waren die Funde recht spärlich gesät, aber erfreulich waren diese Raufußröhrlinge (Leccinum brunneogriseolum) alias Wollstieliger Raufußröhrling („Birkenpilz“), die ich in den letzten Jahren nur selten und nie in diesem guten Zustand fand. Zudem habe ich nun endlich ein scharfes, licht- und farbechtes Foto für mein Lexikon:

Die Zielsetzung des Tages war heute nicht ein voller Korb (wenngleich als schöner Nebeneffekt nicht zu verachten), sondern weitere unbekannte Arten sichten, fotografieren und bestimmen. Gleich zu Beginn fanden wir diese Pilze, die ich zwar schon einmal im Pilzforum gesehen habe, deren Name mir allerding mittlerweile wieder entfallen ist – weitere Informationen dazu werden später folgen:

An der selben Stelle wie bereits vor einer Woche durften wir weitere Totentrompeten (Craterellus cornucopioides) finden, eine passende Ergänzung zu den mittlerweile getrockneten Exemplaren. Auch fanden sich zahlreiche Violette Lacktrichterlinge alias Amethystblaue Lacktrichterlinge (Laccaria amethystea), die ich ebenfalls zur Verwendung als Würzpilz trocknen werde.

Boletus edulis hält sich momentan zurück, Maronenröhrlinge ebenso, vereinzelte Sandröhrlinge sind zu finden, der Butterröhrling und der Lärchenröhrling stört sich ebenfalls nicht am wechselhaften Wetter. Weitere Pfifferlinge (genau richtig für unser heutiges Abendessen -> Rinderfilet mit Steinpilz-Pfifferling-Sauce und Herzoginkartoffeln) wanderten in den Korb und auch vereinzelte flockenstielige Hexenröhrlinge durften wir entdecken.

Dieser Abschnitt war von vielen Lärchenröhrlingen übersät, von denen wir aber nur eine Handvoll mitnahmen:

Ebenso erfreulich war dieser wunderschöne Milchbrätling, der nicht der einzige bleiben sollte…

Auf einem Seitenweg, den ich eigentlich gar nicht einschlagen wollte, kamen wir irgendwann an einem sehr dichten Abschnitt seitlich des Weges vorbei, wo man zwischen den Bäumen (Birken, Kiefern, Buchen, Fichten) riesige Fliegenpilze leuchten sah – für mich Anlass einen Blick hinein zu werfen, selbst wenn diese Aktion mit zahlreichen Asthieben ins Gesicht verbunden war. Molly begleitet mich immer sehr gerne bei solchen Zwischenausflügen und ich fühle mich dann auch ein wenig sicherer – wer weiß, was da neben Pilzen im Dickicht noch so auf einen wartet.

Nach ca. 20 Meter Kampf durch’s Gestrüpp sehe ich erneut etwas Rotes leuchten, ein anderes Rot als das der Fliegenpilze: Leccinum testaceoscabrum! Auch bekannt als Schwarzschuppige Birkenrotkappe oder Heidenrotkappe – eine, zwei, drei, vier, fünf… den Korb abgestellt, umgesehen, entschieden den Korb mitzunehmen, unterwegs zu ernten und einfach immer tiefer hinein zu laufen. Kleine, mittlere, große und riesige Exemplare so weit das Auge reichte. Zwischendurch in diesem dunklen Dickicht ein Foto gemacht, weil dieses Zwillingspaar einfach zu schön anzusehen war:

Nun gut, nach einer guten Sammelaktion raus auf den Weg und Molly eine kleine Pause gegönnt – hier die Ausbeute vom ERSTEN Abschnitt 😉

Ein gigantisches Exemplar, dass ich dann in kleine Stückchen zerteilt zum Aussporen wieder ausbrachte:

Erika wollte eigentlich zurückgehen, weil das Wetter schlechter wurde, aber ich war im Jagdfieber und wenn wir in einer Woche zu dieser Stelle zurückkehren, ist jeder Röhrling im Regelfall bereits hinüber, der in dieser Woche noch ansehlich gewesen wäre – somit ging es noch einige Meter weiter. Molly gefiel das auch, denn sie saß in einigem Abstand zu uns lauernd, ob wir nun zurücklaufen oder ob die Wanderung noch fortgesetzt wird.

Einige Meter weiter sah der Baumbestand identisch aus, also ging es noch einmal in dieses Dickicht und schon nach wenigen Metern weitere Rotkappen, eine schöner als die andere. Weitere Milchbrätlinge und selbst ein Steinpilz standen in diesem dunklen Wald und in Nullkommanix war mein Korb nun vollständig gefüllt. Ich begab mich zurück auf den Weg – ein kleiner Eindruck vom Korb, der von Molly bewacht wird:

Eine Tour von dreieinviertel Stunden kann sehr ermüdend sein, aber es hat sich gelohnt – in jeder Hinsicht. Nun heisst es zwar viel putzen, schneiden und einfrieren, aber nach dem Verlust der Wintervorräte kommt dieser Fund sehr gelegen. Besonders die zahlreichen Rotkappen-Funde, von denen ich seit Wochen träumte, waren es wert.

Die gesamte Ausbeute des Tages stellt sich so dar:

Und hier alle Bilder noch einmal als Galerie, durch die man sich bequem durchklicken kann:

Author:
• Samstag, Oktober 10th, 2009

Eine lange Tour durch die frische, nieslige Morgenluft der bayerischen Wälder… unglaubliche Atmosphäre, Vogelgezwitscher, leichter Nebel – wie in einem Märchenfilm. Und ich Hornochse vergesse den Fernauslöser… hrmpf!

Der Korb füllte sich nur langsam, aber ich kann mich nicht beklagen, denn es gab eine Vielzahl verschiedenster Arten – die da wären:

Butterröhrlinge, Echte Reizker, Fichtensteinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Goldgelber Hallimasch, Kuhröhrlinge, Maronenröhrlinge, Pfefferröhrlinge, Pfifferlinge, Rotfußröhrlinge, Sandröhrlinge, Schwarzschuppiger Birkenröhrling, Schwarzschuppige Rotkappe, Trompetenpfifferlinge (Cantharellus tubaeformis), Violette Lacktrichterlinge (Laccaria amethystea) und Ziegenlippen (Xerocomus subtomentosus).

Zwei Situationen haben mir dann fast einen Herzinfarkt verpasst: als ich auf dem Weg entlang lief, höre ich plötzlich hinter mir wildes Laufen, so dass ich erst an ein angreifendes Wildschwein dachte – war aber dann doch nur meine Bordercollie-Dame Molly… an dieser Stelle verweilte ich dann, um einige Butterröhrlinge einzusammeln, als ich plötzlich wieder wildes Laufen höre – aber dieses Mal (gefühlt) hundertfach lauter! Just in dem Moment, als ich mich nach hinten umdrehe, schiesst ein riesiges Hundegespann um die Kurve!!! Europäische Schlittenhunde!! Ein Leithund und zehn dahinter! SCHOCK! Aber das Gespann wurde vom Fahrer abrupt gebremst und blieb wirklich unmittelbar stehen. Nachdem wir den Weg freigemacht hatten, nickte mir der Fahrer noch freundlich zu, bedankte sich und stach mit einem ‚GO AHEAD‘ wieder davon.

Es wird aufgrund der kühlen Temperaturen zwar weniger, aber noch immer bekommt man den Korb schön voll. Werde mich nun erst mal ein bisschen entspannen und dann geht’s ans Pilze putzen. Fotos des Tages werde ich später noch einstellen, denn ich habe heute nur einige wenige von Molly machen können, aber in der nächsten Woche gibt es dann wieder Nachschub…

Gute Funde und ein schönes Wochenende an alle Leser!