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FRAGE Dachpilz ?
#1
Hallo,
Bei der gestrigen Exkursion habe ich auch diese Pilzchen gefunden , welche mir noch nicht ganz klar sind. Von der Lamellenfarbe hätte ich auf Rötling getippt , die Sporen sehen aber mehr nach Dachpilz aus , obwohl die Pilze NICHT auf Holz wuchsen.
Fundort : Fichtenwald mit einzelnen Laubbäumen , im Umkreis von 20m allerdings nur Fichten , Boden Kalkfrei , sauer.
Hut : bis 4,5 cm Durchmesser , Dunkelbraun , flach , Spur Buckel in der Mitte.
Lamellen : hell mit rötlichbraunem Schimmer , komplett frei
Stiel : 5-7cm lang , 0,5cm dick , voll , Basis im Substrat etwas verdickt
Fleisch in Hut und Stiel weißlich , glasig , unter Huthaut etwas braun
Geruch unauffällig , Spur Rettich
Sporenstaub : rotbraun , siehe Bild
Sporen 7-8,5 X 5-6µm , Form oval , wie Kaffeebohne von hinten.
Kennt die jemand von euch ??
Grüße Norbert
               
       


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#2
Hallo Norbert!

Dachpilz (Pluteus) kann ich dir bestätigen (freie Lamellen!).
Rettichgeruch würde auf den Rehbraunen hindeuten oder nahe Verwandte von ihm.
Ist halt ziemlich klein, dein Geselle.

Will man´s genau wissen, muss man das mikroskopische Programm abspulen, Schnallen, Huthaut, Cheilozystiden.
Pluteus cinereofuscus, der Graubraune Dachpilz wäre z.B. so ein kleinerer Kandidat, hätte keine dickwandigen Haken-Cheilozyystiden.
Der hat aber wohl rundere Sporen als du sie zeigst.

VG Ingo W

Die Merkmale sind es, die die Bestimmung der Pilze ermöglichen. Wer sich keine Mühe gibt oder keine Zeit hat, die zu erkennen, sollte eigentlich keine Pilze bestimmen oder bestimmt haben wollen.
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#3
Hallo Ingo,
Danke für deine Einschätzung. Meine Neugier bei diesem Fund wurde eigentlich nur geweckt , weil er nicht auf Holz wuchs , sonst hätte ich einfach "Dachpilz" gedacht und wäre weitergegangen.
Wird wohl mal wieder als unbestimmt abgeheftet.
Gruß Norbert
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#4
Hallo Norbert,

ich denke, die Wahrscheinlichkeit auf den Rehbraunen Dachpilz ist hoch.
Die Sporen bei Dachpilzen zu mikroskopieren bringt meist nicht viel, weil die fast alle relativ ähnlich sind. Wichtig ist bei der Gattung die Struktur der HDS (= Hutdeckschicht) und die Pleuro- und Cheilozystiden. Gerade bei der Cervinus-Gruppe kann man wunderbar die Pleurozystiden mit ihren "Narrenkappen" ausmachen.
Versuchs mal.

Best Grüße
Harald
Pilzberatung gibt es nur vor Ort beim Pilzberater. Keine Beratung per Internet oder Telefon! Bilderbestimmung ist keine Essfreigabe!
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#5
Hallo Harald,
Leider hab ich vom Mikroskopieren keine Ahnung , abgesehen von mangelndem Equipment (Billigmikro). Ich sehe zwar einiges , weiß aber nicht , was das ist.....
Na ja, Schnallen kann ich schon erkennen , Rest lernt sich.
Aber nicht mehr heute Abend
Gruß Norbert
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#6
Hallo Harald,

(04-06-2013, 05:45 PM)zuehli schrieb: ich denke, die Wahrscheinlichkeit auf den Rehbraunen Dachpilz ist hoch.
Die Sporen bei Dachpilzen zu mikroskopieren bringt meist nicht viel, weil die fast alle relativ ähnlich sind. Wichtig ist bei der Gattung die Struktur der HDS (= Hutdeckschicht) und die Pleuro- und Cheilozystiden. Gerade bei der Cervinus-Gruppe kann man wunderbar die Pleurozystiden mit ihren "Narrenkappen" ausmachen.

- Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, muss man auch die "Schnallen-Verhältnisse" (insbesondere bei Funden auf Nadelfholz) überprüfen.

Grüße
Gerd
"Ich habe eine gewisse Neigung zu und Freude an spitzen Formulierungen"
- Bundestagspräsident Lammert, zitiert in "Der SPIEGEL Nr. 31, 2011"
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#7
[amquote]
(04-06-2013, 11:59 PM)Gerd schrieb: - Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, muss man die "Schnallen-Verhältnisse" (insbesondere bei Funden auf Nadelfholz) überprüfen.

Grüße
Gerd
Hallo Gerd,

von "Schnallen-Verhältnissen" habe ich keinerelei Ahnung. Vermutest Du vielleicht den Schwarzschneidigen Dachpilz (Pluteus nigrofloccosus, syn. P. atromarginatus)?

VG Willihund
[/amquote]
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#8
Hallo Willihund
nein wohl er P.pouzarianus der hier auf meiner Webseite vorgestellt ist sowie viele andere.
https://sites.google.com/site/germanbasi...inger-1983
LG,Eike
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#9
Hallo Eike,

danke, denn kannte ich noch nichtApplaus.

VG Willihund
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#10
Hallo Jörg,

[amquote]
(05-06-2013, 12:08 AM)willihund schrieb:
(04-06-2013, 11:59 PM)Gerd schrieb: - Und wenn ich das richtig in Erinnerung habe, muss man die "Schnallen-Verhältnisse" (insbesondere bei Funden auf Nadelfholz) überprüfen.

Grüße
Gerd
Hallo Gerd,

von "Schnallen-Verhältnissen" habe ich keinerelei Ahnung. Vermutest Du vielleicht den Schwarzschneidigen Dachpilz (Pluteus nigrofloccosus, syn. P. atromarginatus)?

VG Willihund
[/amquote]

- Der "Schwarzschneidige Dachpilz" ist völlig unkritisch und (wenn man ihm unter den Rock schaut) bereits makroskopisch leicht zu erkennen.

- Kritisch sind insbesondere "Rehbraune Dachpilze s.l.", die nicht auf "Laubholz" wachsen.

---> So habe ich das (habe derzeit keinen Zugriff auf meine Literatur) in Erinnerung. Und deshalb kann ich dir auch keinen Namen nennen.
--------------------------------------

@Eike:

Danke:
- Ja, "P. pouzarianus" ist einer der Kandidaten an die ich gedacht habe. Aber, da gibt es noch weitere Sippen mit "hakenförmigen" Zystiden und Rettich-Geruch und quantitativ unterschiedlichen "Schnallen"-Verhältnissen.

Grüße
Gerd
"Ich habe eine gewisse Neigung zu und Freude an spitzen Formulierungen"
- Bundestagspräsident Lammert, zitiert in "Der SPIEGEL Nr. 31, 2011"
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