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• Sonntag, August 22nd, 2010

Letzte Woche erzählte mir mein Vater in einem Telefonat von seinen alten Schwammergründen in einer Gegend, die ich selbst schon als Jugendlicher häufiger mal aufgesucht hatte. Er hatte dort in der letzten Woche zahlreiche Röhrlingsfunde gemacht und weil uns am letzten Sonntag für unseren Geschmack zuviele Leute in unserem Lieblingswaldabschnitt begegnet waren, ging es heute in „seinen“ Wald.

Von einem Bahnübergang ausgehend

begaben wir uns entlang des Waldrands, der von Feldern umrahmt ist, in einen Mischwald aus Birken, Buchen und Kiefern. Keine Minute später folgten uns zwei Damen mittleren Alters, die uns während der gesamten Tour irgendwie ständig auf den Fersen blieben, bewaffnet mit zwei großen Körben. Nun ja, die Körbe waren zwar sehr groß, aber blieben dann doch relativ leer. Während Erika und ich in einem schlecht begehbaren, steilen Hohlweg

die ersten Steinpilze einsammelten, mussten diese Damen sich mit Maronen- und Rotfußröhrlingen begnügen.

Dann die erste Überraschung des Tages: Totentrompeten (Craterellus cornucopioides) – im August?! Sehr ungewöhnlich… mich hat es gefreut, weil ich endlich ein wirklich kontrastreiches, farbechtes, lichtstarkes Foto davon machen konnte…

In direkter Nähe fand ich diese Exemplare – vermutlich eine Tintlingsart:

Molly war brav wie immer und lief immer fleißig zwischen Erika und mir hin und her – bei den warmen Temperaturen nicht wirklich sehr geschickt:

Aber sie ist ja eine Schnelle und deswegen kann sie auch mal eine Ruhepause einlegen, verschnauft einen Augenblick und rennt uns dann mit einem Affenzahn wieder hinterher.

Auf diesem Hang

fanden sich gigantische Steinpilze.

Zu alt zur Verwertung, aber gut zum Aussporen für neue Mycele…

Was für ein Typ Flugzeug da zwischendurch über uns seine Runden drehte weiss ich nicht, aber es wirkte irgendwie ungewöhnlich:

Nach gut vier Stunden ging unsere Tour zu Ende und wir können uns auch heute nicht beschweren. Die Funde waren erneut bunt gemischt und zum ersten Mal habe ich heute bewusst den Bruchreizker (Lactarius helvus) wahrgenommen und einige Exemplare davon gesammelt.Es ist ein schwach giftiger Pilz aus der Familie der Täublingsartigen und zählt zur Gattung der Milchlinge (Lactarius). Im rohen Zustand leicht giftig, aber getrocknet und pulverisiert ein aromatischer Würzpilz, der stark nach „Maggi“ oder Liebstöckel duftet.

Neben diesem Erstfund haben wir noch zahlreiche Butterröhrlinge, Fichtenreizker, Fichtensteinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Kuhröhrlinge, Lärchenröhrlinge, Maronenröhrlinge, Mohrenkopfmilchlinge, Perlpilze, Pfifferlinge, Rotfußröhrlinge, Sandröhrlinge, Totentrompeten und Violette Lacktrichterlinge heimgebracht.

Diese werde ich nun putzen, schneiden und gefrierfertig machen. Zeitgleich koche ich dann die eigentlich bereits für gestern angedachte Kartoffelsuppe mit Krauser Glucke und dann neigt sich dieses Wochenende so langsam seinem Ende zu. Aber gut war’s…

Hier noch einmal die gesamte Galerie, weil es zum Durchblättern komfortabler ist…

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• Sonntag, August 22nd, 2010

Ja, man mag es nicht glauben wie schnell die Zeit verfliegt – aber es ist so. Schwammer.de wird heute 1 Jahr alt und ich freue mich, dass sich diese Seite in so kurzer Zeit zu einem beliebten Anlaufpunkt für die Pilzfreunde Frankens und weit darüber hinaus entwickelt hat und die Besucherzahlen stetig zunehmen. Danke für die Unterstützung und auf die nächsten 10 Jahre…

Ein schönes Wochenende an alle Leser wünscht
Ralf

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• Samstag, August 21st, 2010

Eine turbulente Woche ging gestern zu Ende und ich habe mich am Nachmittag mit Molly zur Einstimmung auf das Wochenende auf die Piste gegeben. Es gab dazu auch einen wichtigen Anlass: mein Opa wurde gestern 91 Jahre alt und weil er derjenige war, der mich vor mehr als 30 Jahren in die wunderbare Welt der Pilze einführte, hatte ich beschlossen für ihn einen Schwung Pilze zu sammeln, da er selbst nicht mehr in den Wald gehen kann.

Der gestrige Ausflug dauerte ca. 2 Stunden und mein Korb war relativ schön gefüllt – sicher nicht in den massiven Mengen wie in den Tagen zuvor, aber dennoch eine gute Ausbeute, als da waren: Butterröhrlinge, Fichtenreizker, Fichtensteinpilze, Flockenstielige Hexenröhrlinge, Körnchenröhrlinge, Kuhröhrlinge, Lärchenröhrlinge, Maronenröhrlinge, Mohrenkopfmilchlinge, Perlpilze, Pfifferlinge, Raufußröhrlinge (Rotkappe), Rotfußröhrlinge, Sandröhrlinge, Schafporlinge und Violette Lacktrichterlinge. Was will man mehr?

Heute ging es dann erst gegen Mittag los und die Sonne brannte wirklich sehr herunter. Es war zwar nicht soooooo heiß wie vor einigen Wochen, aber nach den angenehm milden Temperaturen der letzten Wochen war es mir schon zu warm. Dies bekommt auch den Pilzen nicht wirklich gut und ich habe bewusst Stellen angesteuert, bei denen es aufgrund des dichten Baumbewuchs schattiger ist. Schon nach wenigen Metern durfte ich (genau wie noch wenige Minuten vorher im Gespräch mit Erika gewünscht) dies hier finden:

Nach diesem schönen Auftakt ging es weiter, immer tiefer in den Wald, Molly treu neben mir und keine Menschenseele weit und breit. Die Ruhe währte nicht lange, als mir mitten im tiefsten Dickicht ein Sammler samt Frau entgegenkam. Es waren Leute aus Zwickau, die hier ihre Pilzvorräte für den Winter sammeln und sie waren ganz neidisch auf meine Krause Glucke. Nach einem kurzen Gespräch bewegten sich Molly und ich weiter in die Tiefen dieses Waldes, wo wir wirklich schöne Funde machen durften.

Genau wie gestern habe ich wieder eine große Palette an Pilzen finden dürfen – die selben Arten wie gestern, insgesamt sechzehn an der Zahl, nur mit der Ausnahme, dass ich dann noch drei schöne Milchbrätlinge fand. Es waren aber durchaus noch mehr Arten wahrzunehmen: Scheidenstreiflinge, Trompetenpfifferlinge, immens viele verschiedene Täublinge und eine Menge mir unbekannter Pilze.

Dieser Gigant stellte sich uns zuletzt noch vor – leider bereits sehr verwurmt, aber dennoch imposant anzusehen:

Ganz in der Nähe durfte ich dann noch zahlreiche Hexenröhrlinge finden, die unsere regionalen Sammler zu verschmähen scheinen. 15 sehr junge, knackige Exemplare, die den Korb wunderbar bunt machten.

Unsere Tour führte uns heute drei Stunden kreuz und quer durch die Wälder und nun heisst es erst einmal Pilze putzen, denn vielleicht werde ich heute noch das schöne Rezept für eine Kartoffelsuppe mit Krause Glucke ausprobieren – mal sehen…

Einige Aufnahmen des heutigen Tages…